Alle Artikel · 29.03.2023 13:14
Covid-19: Gesunde Erwachsene müssen sich nicht mehr impfen lassen, kündigt die WHO an
Von nun an brauchen gesunde Erwachsene nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation keine neue Dosis eines Covid-Impfstoffs mehr. Dies ist eine wichtige Empfehlung und ein Wendepunkt bei der Impfung gegen Covid-19. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist inzwischen...
Von nun an brauchen gesunde Erwachsene nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation keine neue Dosis eines Covid-Impfstoffs mehr.
Dies ist eine wichtige Empfehlung und ein Wendepunkt bei der Impfung gegen Covid-19. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist inzwischen der Ansicht, dass gesunde Erwachsene über die Grundimmunisierung und einen ersten Booster hinaus keine zusätzliche Dosis des Covid-Impfstoffs benötigen, da der resultierende gesundheitliche Nutzen minimal sei.
Für diese sogenannte mittlere Risikogruppe von Personen unter 60 Jahren - zu der auch Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen im Alter von 6 Monaten bis 17 Jahren gehören - besteht zwar kein Risiko, wenn sie zusätzliche Injektionen erhalten, aber "der gesundheitliche Nutzen ist gering", so die Impfexperten der WHO.
Die "Strategische Beratende Expertengruppe für Impfungen" der WHO veröffentlichte nach ihrer Tagung diese Woche in Genf aktualisierte Empfehlungen. Die neuen Empfehlungen der Expertengruppe spiegeln die Auswirkungen von Omikron und das hohe Maß an Immunität wider, das die Weltbevölkerung aufgrund von Infektionen und dank der Impfung inzwischen erreicht hat, erklärt die WHO. Die expertengruppe schlug drei neue Prioritätskategorien für die Covid-Impfung vor, die sich nach dem Risiko richten, eine schwere Form der Krankheit zu entwickeln oder gar zu sterben: hoch, mittel und niedrig.
Ältere Menschen, andere Erwachsene mit Vorerkrankungen, alle immunsupprimierten Personen, schwangere Frauen und Mitarbeitzer im Gesundheitswesen an vorderster Front werden hingegen zu weiteren Impfungen mit einer Auffrischungsdosis nach der anfänglichen Impfung und einer ersten Auffrischungsimpfung aufgefordert. Da Expertengremium empfiehlt einen Abstand von 6 bis 12 Monaten zwischen den Boostern.
In Bezug auf die Auswirkungen der Covid-Impfstoffe auf Long-Covid, bei dem sich die anfängliche Krankheit zu oft sehr schweren Symptomen wie extremer Müdigkeit oder Konzentrationsunfähigkeit entwickelt, sind noch nicht ausreichend erforscht.
Weltweit wurden bisher fast 13,3 Milliarden Dosen der Covid-Impfstoffe verabreicht. Die WHO sucht nach neuen Covid-Impfstoffen, die ein breites Spektrum an Varianten abdecken, eine länger anhaltende Wirkung haben und eine bessere Leistung gegen Infektion und Übertragung aufweisen. Die Organisation prüft auch neue Methoden zur nasalen, oralen oder kutanen Verabreichung der Seren.
Mit Blick auf zwei nasal verabreichte Impfstoffe, von denen einer in China bereits verwendet wird, betonte der Exekutivsekretär der Expertengruppe, Joachim Hombach: "Wir wissen, dass sie immunogen sind ... aber was wir wirklich brauchen, sind Daten, die tatsächlich die Auswirkungen auf die Übertragung beweisen - denn das könnte in der Tat einen großen Unterschied machen."