Covid-19. Mehr als 250.000 Todesfälle in Europa, die verschärften Restriktionen

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Angesichts einer zweiten Welle ergreifen die europäischen Länder drastische Maßnahmen, um der Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken, das seit Beginn der Pandemie mehr als 250.000 Opfer gefordert hat.

Europa, das mit einer starken zweiten Ansteckungs-Welle konfrontiert ist, überstieg am Sonntag, dem 18. Oktober, die Schwelle von 250.000 Todesopfer in Zusammenhang mit Covid-19, was Italien und die Schweiz dazu veranlasste, ihrerseits eine weitere Verschärfung der Beschränkungen anzukündigen.

Mit mehr als 8.000 Todesfällen innerhalb von sieben Tagen hatte Europa seit Mitte Mai die höchste Zahl an Todesopfern seit einer Woche zu verzeichnen, und viele Länder versuchen, sich durch eine Verschärfung der sanitären Maßnahmen zu schützen.

Ausgangssperre in Belgien
In Belgien schließen die Cafés und Restaurants ab diesem Montag für vier Wochen, und von Mitternacht bis 5 Uhr morgens tritt eine Ausgangssperre in Kraft, um die sich verstärkende Epidemie einzudämmen.

Am Freitag meldete das Land mit 11,5 Millionen Einwohnern fast 192.000 Fälle von Covid-19-Ansteckungen und 10.327 Todesfälle, womit es zu den europäischen Ländern gehört, die im Verhältnis zur Bevölkerung am meisten von der Pandemie betroffen sind.

Verbot von Feiern in Italien
Der italienische Premierminister Giuseppe Conte kündigte am Sonntag neue Beschränkungen für Bars und Restaurants an, sowie ein Verbot von lokalen Festen und Messen und von Amateurmannschaftssportarten und die Ausweitung der Telearbeit an.

Diese Maßnahmen “sollten uns in die Lage versetzen, der neuen Ansteckungswelle zu begegnen, die Italien und Europa schwer trifft. Wir dürfen keine Zeit verlieren. Wir müssen Maßnahmen ergreifen, um einen neuen allgemeinen Shutdown zu vermeiden, der die Wirtschaft ernsthaft gefährden könnte”, begründete Giuseppe Conte.

Italien, das bis Ende September eine positive Ausnahme in Europa war, sieht sich nun mit einem besorgniserregenden Anstieg der Zahl der Ansteckungen konfrontiert. Am Freitag wurde erstmals die Marke von 10.000 neuen Fällen pro Tag überschritten.

Das Tragen einer Maske ist in der Schweiz obligatorisch
Die Schweiz, die in der ersten Ansteckungswelle im Frühling relativ unversehrt geblieben ist, nun aber mit einer exponentiellen Zunahme der Fälle konfrontiert ist, schreibt das Tragen von Masken an geschlossenen öffentlichen Orten, Bahnhöfen, Flughäfen, Bus- und Tramhaltestellen ab Montag vor, schränkt Versammlungen ein und empfiehlt Telearbeit.

Mit 1.822 Covid-19 Todesfällen pro 8,6 Millionen Einwohner ist die Schweiz das europäische Land, in dem die Krankheit in der vergangenen Woche am schnellsten vorangeschritten ist (+146%), so eine AFP-Zählung.

Demonstration gegen Restriktionen in der Tschechischen Republik
In der Tschechischen Republik, die die höchste Ansteckungs- und Sterberate pro 100.000 Einwohner in Europa aufweist, hat die Regierung die Armee gebeten, ein Feldlazarett mit 500 Betten außerhalb Prags zu bauen.

In der Hauptstadt setzte die tschechische Polizei am Sonntag angesichts einer gewalttätigen Demonstration gegen die Anti-Covid-19-Beschränkungen Tränengas und Wasserwerfer ein.

Große Moschee wiedereröffnet
Während Europa die Schrauben anzieht, steht anderswo in der Welt die Lockerung der Beschränkungen in mehreren Ländern auf der Tagesordnung.

Saudi-Arabien öffnete am Sonntag zum ersten Mal seit sieben Monaten die heiligste Stätte des Islam für die Gläubigen und erhöhte die Zahl der Pilger, die die heilige Stadt Mekka besuchen durften, auf 15.000 pro Tag.

Wiedereröffnung in Israel
In Israel wurden nach einem Monat der Restriktionen Kinderkrippen, Kindergärten, Nationalparks, Strände und Geschäfte wieder geöffnet, und Israelis können sich nun in einem Umkreis von mehr als einen Kilometer von ihrem Wohnort frei bewegen. Versammlungen bleiben jedoch verboten.

Im Frühjahr hob Israel in dem Bemühen, die Wirtschaft wieder anzukurbeln, rasch eine anfängliche Blockade auf. Aber das Land mit neun Millionen Einwohnern hatte im September eine der höchsten Kontaminationsraten der Welt verzeichnet. Insgesamt zählten die Behörden mehr als 302.800 Kranke und fast 2.200 Tote.

Mehr als eine Million Todesfälle weltweit
Diese wenigen lokalen Verbesserungen kehren den globalen Trend nicht um: Die Indikatoren sind im roten Bereich. Mindestens 1.111.152 Todesfälle und mehr als 39,7 Millionen Ansteckungen wurden seit Beginn der Pandemie registriert, wie eine AFP-Zählung am Sonntag ergab. Am Samstag wurden mindestens 5.302 Todesfälle und 372.882 neue Fälle verzeichnet.

Die Vereinigten Staaten sind das Land, in dem am meisten getrauert wird mit fast 220.000 Todesfälle, d.h. fast jeder fünfte weltweit, gefolgt von Brasilien mit fast 154.000 Todesfällen und Indien mit mehr als 114.000 Todesfällen.

Das Vereinigte Königreich, am stärksten betroffen in Europa
In Europa wurden einem AFP-Bericht vom Sonntag zufolge insgesamt 250.030 Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet (bei 7.366.028 registrierten Ansteckungen), davon mehr als zwei Drittel im Vereinigten Königreich (43.646 Todesfälle), in Italien (36.543 Todesfälle), Spanien (33.775 Todesfälle), Frankreich (33.392 Todesfälle) und Russland (24.187 Todesfälle).

Um die Pandemie zu bekämpfen, ist häufiges Händewaschen unerlässlich, bestätigt eine japanische Studie, nach der das Coronavirus 9 Stunden auf der Haut überlebt, fünfmal länger als die Grippe.


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