Covid-19. Übrige Dosen: Wie Verschwendung vermieden werden kann

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Ab sofort können alle erwachsenen Personen in Frankreich einen Impftermin vereinbaren.

Seit zwei Wochen vermitteln zwei Websites, Covidliste und Vitemadose, Franzosen, die sich impfen lassen wollen, an Zentren mit einem Ziel: keine verlorenen Dosen.

Frankreich hat sich bei seiner Impfkampagne für eine altersbasierte Strategie entschieden, die mit Senioren in Pflegeheimen beginnt, die am stärksten durch Covid-19 gefährdet sind, und sich dann schrittweise für jüngere Bevölkerungsgruppen öffnet. Auch wenn der Kalender seit Januar mehrfach von der Regierung aufgrund der chaotischen Impfstofflieferungen überarbeitet wurde, wollen sich viele Franzosen, die noch nicht anspruchsberechtigt sind, unbedingt impfen lassen, denn nur so können sie in ihr altes Leben zurückkehren.

Als sie also erfuhren, dass Impfstellen, aber auch Apotheker oder Ärzte, Dosen wegwerfen mussten – vor allem von dem ungeliebten AstraZeneca -, machten sich viele auf die Suche nach Impfangeboten.

Während der Gesundheitsminister daran erinnerte, dass es abnormal wäre, Impfdosen wegzuwerfen, wenn die 3. Welle das Land trifft, wurden die glücklichsten Franzosen von ihrem Arzt angerufen, um die unbenutzten Dosen zu erhalten. In bestimmten Krankenhäusern und Impfzentren verabreicht man am Ende des Tages die überschüssigen Dosen an diejenigen, die sie haben wollen. So kommt es, dass nach entsprechender Mund-zu-Mund-Propaganda immer mehr Franzosen ihr Glück in den Impfzentren versuchen, und einige Zentren haben sogar ein Verfahren eingerichtet, um nach Alter diese freiwilligen Kandidaten für die Impfung auszuwählen.

600 000 “nicht-berechtigte” Registranten in zehn Tagen
Nun gibt es seit dem 30. März ein neues digitales Tool: Covidliste.com verbindet Impfzentren oder einen privaten Arzt mit Freiwilligen, ob berechtigt oder nicht. Diese Website wurde freiwillig von Martin Daniel, Mathieu Ripert und Dr. Antoine Roux vom Foch-Krankenhaus in Suresnes (Hauts-de-Seine) ins Leben gerufen, die entsetzt waren zu sehen, dass Dosen verloren gingen.

Sofort machte die Initiative in den sozialen Netzwerken die Runde, wobei die Begeisterung die Fragen nach der Zuverlässigkeit und der Verwaltung der persönlichen Daten nicht vergessen liess. Die drei Männer erhielten Hilfe von Entwicklern, um die Seite zu verbessern, die Oberfläche zu verfeinern und das System zu sichern.

Auf der Seite haben sich etwa 600.000 Personen in zehn Tagen registriert. Allerdings ist die Website derzeit nur mit 142 Zentren und Ärzten, meist in Paris, verbunden.

Aber bis heute sind schon 874 Impfkandidaten mit einem Zentrum in Verbindung gebracht wurden, das über unbenutzte Dosen verfügte. Das System beginnt sich zu verbreiten, und die Betreiber der Seite hoffen, weitere Zentren in ganz Frankreich zu gewinnen.

Termine finden
Gleichzeitig ist eine andere Website, die eingerichtet wurde, um die Impfkampagne zu beschleunigen, ebenfalls sehr erfolgreich: Vite ma dose. Diese Seite ist ein Tool von CovidTracker, der Referenzseite für Daten zur Covid-19-Epidemie in Frankreich, die von Guillaume Rozier ins Leben gerufen wurde.

Vite ma dose ist eine Plattform, die es ermöglicht, schnell einen Impftermin in seinem Departement zu finden, indem sie die Impftermine der Gesundheitsplattformen Doctolib, Keldoc, Maiia und Ordoclic zusammenfasst. Die Algorithmen der Seite durchsuchen diese verschiedenen Plattformen, um verfügbare Slots zu finden.

Die Website unterstützt etwa 2.769 Impfstellen. Gestern um 17 Uhr zeigte sie an, dass 536 Impfstellen verfügbar waren, was 19,36% entspricht. Die Seite ist eine Suchmaschine für Termine und hat seit ihrem Start am 1. April bereits 1,5 Millionen Suchanfragen bearbeitet.

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