Covid-19: Wie ist die gesundheitliche Situation in Frankreich am Vorabend des Schulbeginns?

429

Am Vorabend des Beginns des neuen Schuljahres sind viele Eltern und Lehrer besorgt, dass sich die epidemische Situation mit der Rückkehr der Schüler in die französischen Klassenzimmer verschlechtern wird. Nach Angaben der Regierung war das Land noch nie so nah an der Rückkehr zu einem “fast normalen Leben”.

“Die Dinge entwickeln sich in die richtige Richtung”, sagte Premierminister Jean Castex am Dienstag, dem 31. August. Bei einem Besuch im Bas-Rhin, dem Vorabend des Beginns des neuen Schuljahres in Frankreich, erklärte der Regierungschef, dass das Land nicht mehr weit von der Rückkehr zum “normalen Leben” entfernt sei. Die Rückkehr der Schüler in die Schule ist jedoch für viele besorgniserregend: Das Gespenst eines Rückfalls in die Epidemie geht um.

Ein Grund zur Sorge ist auch die Inzidenzrate in den verschiedenen französischen Departements. Insbesondere auf diesem Indikator basiert heute die Maßnahme, die die Vorlage des Gesundheitspasses in großen Einkaufszentren zur Pflicht zu macht.

Ansteckungen gehen zurück
Was die Ansteckungen im Zusammenhang mit Covid-19 betrifft, so scheint Frankreich den Höhepunkt der vierten Welle überschritten zu haben. In der vergangenen Woche wurden täglich durchschnittlich 17.358 Personen positiv auf Covid-19 getestet: Dieser Indikator ist innerhalb einer Woche um 16% zurückgegangen.

Das Gleiche gilt für die Inzidenzraten in den verschiedenen französischen Departements. Nach den neuesten Zahlen von Santé Publique France wurden zwischen dem 21. und 27. August 179,9 Covid-19-Fälle pro 100.000 Einwohner gezählt. Die gesundheitliche Situation in Frankreich ist jedoch von Departement zu Departement unterschiedlich.

Besonders besorgniserregend ist die Situation im Südosten Frankreichs, in der Region Provence-Alpes-Côte-d’Azur und vor allem im Departement Bouches-du-Rhône, das die höchste Inzidenzrate des Landes aufweist. Zwischen dem 21. und 27. August wurden hier 600,9 Fälle pro 100.000 Einwohner festgestellt.

Ein weiterer Anlass zur Sorge sind die Departements, in denen die Verbreitung des Virus ständig zunimmt, während in den meisten französischen Departements ein Rückgang der Inzidenzrate zu verzeichnen ist. Dies ist der Fall in Indre und Haute-Marne, wo die Inzidenzrate innerhalb einer Woche um mehr als 20% gestiegen ist.

In seiner Fernsehansprache am 12. Juli empfahl der Präsident der Republik, Emmanuel Macron, den Gesundheitspass am Eingang großer Einkaufszentren in Departements mit besorgniserregender Gesundheitssituation zur Pflicht zu machen. In Okzitanien gibt es noch vier Departements mit einer Inzidenzrate von über 200 Fällen pro 100.000 Einwohner: Ariège, Aude, Hérault und Gard. Andere Departements wiederum sind jedoch unter diese Schwelle gefallen.

Uneinheitliche Situation in den französischen Krankenhäusern
In den französischen Krankenhäusern ist die Situation im Moment weniger ermutigend. Die Zahl der Krankenhausaufenthalte im Zusammenhang mit Covid-19 nimmt derzeit nicht ab: 11.120 Menschen werden in Frankreich wegen einer schweren Covid-19-Erkrankung in einem Krankenhaus behandelt. 74 dieser Patienten sind Kinder unter 9 Jahren. Das Gleiche gilt für die Intensivstationen: 2.292 Patienten mit Covid-19 haben eine lebensgefährliche Form von Covid-19 entwickelt, ein Indikator, der ständig zunimmt.

Der Trend scheint sich aber umzukehren: Die Zahl der täglichen Krankenhauseinweisungen im Zusammenhang mit Covid-19 geht zurück. Im Durchschnitt nehmen die französischen Krankenhäuser jeden Tag 710 neue infizierte Patienten auf: eine Zahl, die seit einer Woche rückläufig ist.

Die Zahl der Todesfälle nimmt von Tag zu Tag ab
Auch die Sterblichkeit im Zusammenhang mit Covid-19 scheint den Höhepunkt der vierten Welle überschritten zu haben. Nach den jüngsten Zahlen von Santé Publique France wurden in der vergangenen Woche in Frankreich täglich durchschnittlich 94 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet, ein Rückgang von 13% innerhalb einer Woche.

Aber auch die Zahl der Impfungen ist rückläufig
Die Zahl der Impfungen ist in Frankreich zuletzt so stark zurückgegangen wie nie zuvor. Zwischen dem 22. und 29. August wurden im ganzen Land 2.982.916 Impfungen verabreicht (erste und zweite Dosis zusammen), was einem Rückgang der Impfrate um 38% in fast 40 Tagen entspricht. Es ist das erste Mal seit Mai letzten Jahres, dass der Wert auf dieses Niveau gesunken ist.

Bei den Erstimpfungen ist der Trend sogar noch stärker rückläufig: Zwischen dem 22. und 29. August haben sich nur 835.969 Menschen zum ersten Mal impfen lassen, so wenig wie seit Anfang März nicht mehr.

In Frankreich haben bisher 83,7% der Bevölkerung über 12 Jahren mindestens eine erste Injektion des Impfstoffs erhalten. 75,6% der Bevölkerung sind nun vollständig geimpft.


Du möchtest immer die neuesten Nachrichten aus Frankreich?
Abonniere doch unseren Newsletter!





Ein exklusives Angebot für unsere Leser.
Weil du es uns wert bist!

Tipp der Redaktion