Ein in Toulouse entwickeltes Duftset zur Diagnose von Covid-19

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Thierry Talou, Forschungsingenieur am Institut National Polytechnique (INP) in Toulouse, und sein Team entwarfen das Coronosmia-Projekt oder wie der Verlust des Geruchssinns im Fall von Covid 19 bewertet werden kann.

Das Wesentliche
Thierry Talou und sein Team entwarfen das Coronosmia-Projekt oder wie der Verlust des Geruchssinns im Fall von Covid 19 bewertet werden kann.

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Tipp der Redaktion

Was ist das Flav-Labor?

Im Jahr 2014 entwickelte das von Thierry Talou geleitete Team das FavLab (Aroma- und Laboratorium), ein Kreationsinstrument für Aromen und Düfte, das für Forscher und die Öffentlichkeit zugänglich ist. Die okzitanische Region im Südwesten Frankreichs ist die Heimat des allerersten europäischen Flavour Labs, das sich den Düften widmet. Im Jahr 2019 wurden hier zwei Projekte rund um Düfte und Aromen ins Leben gerufen, die sich auf die Gesundheit konzentrieren. Anfang 2020 begann man mit Oncosmo, einem Konzept, bei dem Düfte und Musik kombiniert werden, die bei Krebspatienten während der Chemotherapiesitzungen verbreitet werden. Jetzt wendet das Coronosmia-Projekt Covid-19 zu.

Das Coronosmia-Projekt wurde in zwei Phasen konzipiert: Die erste Phase während des Lockdowns. es wurde sozusagen ein hausgemachtes Geruchsset geschaffen. Ein Heimkit aus fünf Gewürzen (Zimt, Minze, Nelke, Anis, Koriander). Ein Kit, an dem man mit verbundenen Augen riechen kann, um zu sehen, ob man die Gerüche wahrnehmen kann. Wenn man die Gerüche nicht wahrnimmt, sollte man sich medizinisch beraten lassen, um sicherzustellen, dass dieser Geruchsverlust nicht mit Covid-19 zusammenhängt.

In der zweiten Phase entwickelte das Flav Lab ein sensorisches Set mit zwölf duftenden Produkten (Zimt, Lavendel, Dill, Nelke, Banane, Orangenblüte, Minze, Limone und Kaffee) auf der Basis von ätherischen Ölen und Blütenwässern aus vier grossen Kontinenten: Amerika, Afrika, Asien und Europa, so dass die Düfte auch von Menschen von anderenm Kontinenten, erkannt werden können. Ziel ist die Selbsteinschätzung des Verlustes des Geruchssinns durch Covid-19.

Wie sieht dieses Set aus?

Es wird auf zwei Arten präsentiert: eine individuelle für den kommerziellen Vertrieb, in einer kleinen Weidenkiste, die die zwölf Duftfläschchen enthält. Und eine weitere zur Demonstration in Form eines Holzschaukastens mit den zwölf Produkten, die mit Befeuchtern getestet werden sollen. Die Öffentlichkeit wird diese Geruchs-Sets in hauptsächlich in Bioläden finden können.

Wie viele Gerüche muss man erkennen, um sich selbst zu beruhigen?

Je nach Herkunft des Benutzers gibt es bekanntere Düfte. Und andere unbekanntere. Durchschnittlich sechs Düfte sollten den Anwender über die Qualität seines Geruchssinns beruhigen. Wenn nicht, ist es ratsamer, einen Arzt aufzusuchen.

Warum dieses Gespür für Parfüm?

“Düfte sind überall. Vergessen wir nicht, dass vor 150 Jahren das Land des Lavendels nicht die Côte d’Azur, sondern Quercy war.” Sagt Thierry Talou.


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