Tag & Nacht

Christelle de Franceschi hat es wieder geschafft. Am Samstag brach sie in Hergnies, Nordfrankreich, ihren eigenen Weltrekord für das längste Akkordeonkonzert. Ganze 80 Stunden, 53 Minuten und 28 Sekunden ließ sie die Tasten tanzen – ein Marathon für die Ohren und die Finger.

Eine unerschütterliche Leidenschaft

Es ist nicht das erste Mal, dass Christelle de Franceschi die Musikwelt in Staunen versetzt. Bereits 2022 stellte sie einen Rekord auf, den sie nun um mehr als fünf Stunden überbot. „Das ist der Lohn einer Lebensarbeit“, sagte sie stolz im Interview mit dem Sender France Bleu. Und in der Tat: Hinter diesem Erfolg steckt mehr als nur Talent – es ist pure Hingabe und harte Arbeit.

Unter einem großen Zelt auf dem Marktplatz von Hergnies spielte sie ein Programm von vier bis fünf Stunden in Endlosschleife. Unterstützt von ihrer Familie, Freiwilligen und den Organisatoren, konnte sie sich voll und ganz auf ihr Spiel konzentrieren.

Die Kunst der Vorbereitung

Der Weg zu diesem Rekord war kein einfacher. Seit 2021 nimmt sich die ehemalige Musiklehrerin vor, jedes Jahr den Weltrekord zu brechen. Jedes Mal verfeinerte sie ihre Vorbereitung. Dieses Jahr war besonders: Mit einem detaillierten physischen und mentalen Trainingsplan und der Unterstützung eines Mentalcoaches, war sie besser vorbereitet als je zuvor. „Die ersten zwei Jahre fielen mir nachts die Augen zu und selbst kurze Schlafphasen reichten nicht aus, um wieder in Schwung zu kommen“, erinnert sich Christelle. Dieses Mal hatte sie nur zwei kurze Nickerchen von jeweils etwa zwölf Minuten.

Die strengen Regeln des Guinness-Buchs

Um einen Platz im Guinness-Buch der Rekorde zu sichern, musste Christelle strenge Auflagen erfüllen. Weniger als 30 Sekunden Pause zwischen den Musikstücken und fünf Minuten Pause pro Stunde, die sie ansammeln konnte – das waren die Bedingungen. Über die gesamten 80 Stunden wurde sie rund um die Uhr gefilmt und Zeugen wechselten sich ab, um den Rekord zu bestätigen. „Christelle und ihr Team werden nun in einigen Monaten die offizielle Bestätigung von Guinness erhalten“, hieß es auf ihrer Facebook-Seite.

Neue Herausforderungen am Horizont

Aber Christelle ruht sich nicht auf ihren Lorbeeren aus. Ihr nächstes großes Ziel? Ein mehrtägiges Akkordeonkonzert, bei dem sie dauerhaft in Bewegung bleibt – eine Herausforderung, die nicht nur ihre musikalischen Fähigkeiten, sondern auch ihre körperliche Ausdauer auf die Probe stellen wird.

Kann man sich vorstellen, wie es ist, fast vier Tage lang ohne nennenswerte Pausen zu musizieren? Die Vorstellung allein ist schon schwindelerregend. Doch für Christelle de Franceschi ist es mehr als nur ein Rekord – es ist eine Lebensphilosophie. Jede Note, die sie spielt, ist ein Ausdruck ihrer Leidenschaft und ihres unermüdlichen Strebens nach Exzellenz.

Die Geschichte von Christelle de Franceschi ist ein inspirierendes Beispiel dafür, was man mit Hingabe und Ausdauer erreichen kann. Sie zeigt, dass wahre Leidenschaft keine Grenzen kennt – weder in der Zeit noch im Raum. Ihr Rekord ist nicht nur eine beeindruckende Leistung, sondern auch ein Symbol für die Kraft des menschlichen Willens. Wer weiß, welche neuen Rekorde sie in Zukunft noch aufstellen wird? Eines ist aber sicher: Die Musikwelt wird weiterhin von ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten und ihrem unermüdlichen Geist fasziniert sein.


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