Tag & Nacht

An einem sonnigen Freitagmorgen in La Rochelle erlebte Gabriel Attal, der französische Premierminister, einen Tag voller politischer und gesellschaftlicher Bedeutung. Es war ein besonderer Anlass: zum ersten Mal fand die Gedenkfeier zur Abschaffung der Sklaverei außerhalb von Paris statt. „Diese Geschichte ist Teil der Weltgeschichte, Europas, Frankreichs. Sie wurde in Versailles, Paris und in den Häfen von La Rochelle, Nantes und Bordeaux geschrieben“, erklärte Attal während seiner Rede. Zusätzlich kündigte er eine „große nationale Ausstellung“ für das Jahr 2026 an.

Doch der Premierminister hatte an diesem Tag noch eine weitere Mission. Mit den bevorstehenden Europawahlen am 9. Juni im Blick, mischte sich Attal unter das Volk am Alten Hafen von La Rochelle. Der Vormittag war gefüllt mit Dialogen, Händeschütteln und Selfies. Mitten in diesem Trubel fand eine Frau warme Worte für Attal: „Sie sind zu süß!“ Ein Kompliment, das er mit einem strahlenden Lächeln und einem „Danke“ aus vollem Herzen quittierte.



Begleitet wurde der Premierminister von zwei seiner Ministerinnen: Nicole Belloubet, Ministerin für Nationale Bildung, und Sarah El Haïry, Ministerin für Kinder, Jugend und Familien. Die politische Bedeutung des Tages war unverkennbar, doch solche Momente der Leichtigkeit und Menschlichkeit zeigten auch die andere Seite der Politik – die persönliche Verbindung zu den Bürgern.

Nach einem Mittagessen in einem der Restaurants am Alten Hafen setzte Attal seine Reise fort und kehrte am frühen Nachmittag nach Paris zurück.

In welchem Maße beeinflussen solche öffentlichen Auftritte die Wählermeinung? Kann ein einfaches Kompliment während eines Bürgerdialogs das Bild eines Politikers in der Öffentlichkeit verändern? Was bleibt, ist die Erinnerung an einen Tag, an dem Geschichte und Gegenwart aufeinandertrafen, eingebettet in die malerische Kulisse von La Rochelle.


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