Tag & Nacht

Die Überwachung der italienischen Grenze wurde in den vergangenen tagen deutlich verstärkt, aber man kann ein Land nicht hermetisch abzuriegeln.

Für viele Exilanten, die in Italien angekommen sind, ist das Erreichen von Frankreich die nächste oder sogar letzte Etappe ihrer langen Reise. Sie legen viele Kilometer zurück, oft nachts, um der Polizei zu entgehen. Nahe der Grenze ist eine italienische Notunterkunft der einzige Ruhepunkt. Jeden Tag kommen hier 150 Personen an. Der Start der gefährlichen Wanderung erfolgt von dem italienischen Dorf Claviere aus. Für eine Gruppe von Migranten aus Guinea ist es inzwischen der dritte Versuch.


Für sie beginnt ein langer Marsch durch den Nebel. Es ist 5 °C kalt und die einzige Orientierungshilfe ist ein GPS-Gerät. Nach drei Stunden sehen sie in der Ferne die Lichter von Montgenèvre (Hautes-Alpes). Aufgrund der Anwesenheit des französischen Militärs ist dies die riskanteste Passage. Polizisten und Gendarmen patrouillieren um das Dorf herum und haben die Anweisung, keinen Migranten passieren zu lassen.

Etwa 260 Migranten wurden allein in der vergangenen Woche nach Italien zurückgebracht. Der Grenzpolizei gelang es jedoch nicht, diese Gruppe abzufangen, die nach einem sechsstündigen Marsch endlich in Briançon (Hautes-Alpes) ankam. Jeden Tag kommen etwa 50 Personen nach Briançon. „Im August hatten wir 2.000 Ankünfte. Normalerweise ist das die Zahl der Ankünfte für sechs Monate“, sagt Jean Gaboriau, Verwalter des Vereins Refugees solidaires in Briançon (Hautes-Alpes) gegenüber dem Sender France 2. Viele der in Frankreich angekommenen Migranten werden nun hier Asyl beantragen. „Ich will nach Lyon, und danach bin ich bereit, überall zu arbeiten“, sagt ein junger Mann.


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