In Perpignan, die Tortur von Alain, 300 Kilo, der neun Monate lang in seiner Wohnung festsitzt…

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In seiner Wohnung in Perpignan (Pyrénées-Orientales) wartet Alain, 52 Jahre alt und 300 Kilo schwer, seit neun Monaten auf seine Rettung. Sein Anwalt droht damit, Klage gegen den Staat zu erheben, wenn er nicht bald evakuiert wird.

Die schlimme Situation von Alain, 52 Jahre alt und nicht weniger als 300 Kilo schwer. Dieser Mann aus Perpignan leidet an krankhafter Fettleibigkeit und ist nicht in der Lage, sich zu bewegen. Seit neun Monaten sitzt er nun schon in seiner Wohnung fest. Unerträglich nach seinem Anwalt Me Jean Codognès, der auf “die Fürsorge des Staates gegenüber seinem Klienten, der in einer Wohnung in sehr schlechtem Zustand lebt”, hinweist.

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Tipp der Redaktion

Alain kann sich nicht vom Boden seiner Wohnung, die mitten im Bezirk Saint-Jacques in der Präfektur Pyrénées-Orientales liegt, erheben. Der Mann lebt inmitten von Trümmern und Unrat: eine Notlage, die er und sein Bruder Jean-Claude im vergangenen Juli in den Kolumnen von L’Indépendant angeprangert hatten.

Am Donnerstag, 22. Oktober, nahm ein Anwalt das Heft in die Hand und schrieb einen Brief an den Innenminister Gérald Darmanin, um ihn über die Situation zu informieren. “Ich bin absolut erschüttert von der Ineffizienz der staatlichen Dienste“, betonte er. Und aus gutem Grund, hätte Alain doch schon vor vor zwei Monaten aus seinem Haus evakuiert werden sollen. Im August hatten er und sein Bruder ein Protokoll zur raschen Evakuierung unterzeichnet, das von der Präfektur Pyrénées-Orientales ausgearbeitet worden war. Die Operation, die einen Monat Vorbereitung erforderte, war für letzten September geplant.

Problem: Die Gesundheitseinrichtungen wollten ihn nicht aufnehmen. “Ich glaube, es gibt ein Problem mit der Autorität des Staates, der nicht in der Lage ist, vom einem Krankenhaus von Montpellier oder Toulouse die Rettung dieses Mannes zu fordern”, fuhr der Anwalt fort.

Auf Einladung von RTL sagte Jean Codognès am Montag, dem 26. Oktober, dass eine Beschwerde wegen “unterlassener Hilfeleistung für eine Person in Gefahr” eingereicht werden würde, wenn Alain diese Woche nicht aus seiner Wohnung evakuiert würde.


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