Lockdown: Flüchten die Bewohner jetzt aus den Alpes-Maritimes?

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Nach der Verhängung eines teilweisen Lockdowns an der Cote d'Azur wird befürchtet, dass die Bevölkerung in das Hinterland flüchtet.

Die Präfektur des Departements Alpes-Maritimes hat an diesem Montag beschlossen, an der Küste des Departements und in der Stadt Nizza einen teilweisen Lockdown über das Wochenende einzurichten. Die Auswirkungen dieser neuen Beschränkungsmaßnahme werden von den Gesundheitsbehörden des Landes genau untersucht. Viele Bürgermeister befürchten, dass das betroffene Gebiet nun von seiner Bevölkerung verlassen wird.

Die Behörden kündigten am Montag, 22. Februar, für die nächsten zwei Wochenenden einen Lockdown in der Stadt Nizza und an der Küste der Alpes-Maritimes an, um der Covid-19-Explosion in diesem besonders betroffenen Departement entgegenzuwirken. Eine solche territoriale Eindämmungsmaßnahme, die seit dem 5. Februar auch in Mayotte in Kraft ist, ist die erste dieser Art auf dem französischen Festland seit Beginn der Gesundheitskrise. Auf Wunsch einiger Abgeordneter des Departements Moselle wurde ein Lockdown in diesem Departement nicht umgesetzt: Der Fall der Alpes-Maritimes wird also von den Gesundheitsbehörden des Landes sehr genau unter die Lupe genommen werden.

Dieser von den Einwohnern gefürchtete, aber von einigen gewählten Vertretern geforderte teilweise Lockdown wird die Einwohner von 63 Gemeinden entlang der Küste der Alpes-Maritimes, von Théoule-sur-Mer bis Menton, ein Gebiet, das etwa 90% der Bevölkerung des Departements umfasst, an den letzten beiden Wochenenden der Schulferien (27.-28. Februar und 6.-7. März) betreffen. Das Hinterland der Alpes-Maritimes wird also von dieser Maßnahme nicht betroffen sein.

Zu befürchtende Bevölkerungsbewegungen
Genau hier liegt das Problem des Departements: Der teilweise Lockdown wird sich besonders auf die Bevölkerungsbewegungen im Gebiet auswirken. Gewählte Vertreter befürchten bereits diese Auswirkungen: “Diese Maßnahmen werden von den Privilegierten, die die Möglichkeit haben, von Freitagabend bis Montagmorgen ins Hinterland zu fahren, umgangen werden! Für alle anderen heißt es arbeiten und die Klappe halten”, so Lionnel Luca, Bürgermeister des kleinen Dorfes Villeneuve-Loubet (Alpes-Maritimes) auf Twitter.

Die Einwohner des Departements, die dazu in der Lage sind, könnten so dazu veranlasst, in den von diesem teilweisen Lockdown nicht betroffenen Gebieten zu fahren: Das Hinterland von Nizza und die benachbarten Departements könnten ab Freitagabend, vor der Ausgangssperre, mit einem massiven Zustrom der Küsten-Bevölkerung rechnen, wird befürchtet.


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