Lockerungen: Was wird sich ab dieser Woche ändern?

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In dieser Woche beginnt in Frankreich die zweite Phase der Lockerungen. Von der Verlegung der Ausgangssperre bis zur Öffnung von Geschäften, die als “nicht lebensnotwendig” gelten, hier die wichtigsten die Änderungen der Woche.

Es ist, gelinde gesagt, eine wichtige Woche für Frankreich. Während sich die epidemiologische Situation stetig verbessert, beginnt ab diesem Mittwoch, dem 19. Mai, die zweite Stufe der Lockerungsphase.

Die Ausgangssperre wird auf 21 Uhr verlegt
Dies ist eine der Hauptmaßnahmen dieser neuen Stufe der Lockerungen. Seit dem 21. März mussten die Franzosen eine um 19 Uhr beginnende Ausgangssperre respektieren. Ab dem 19. Mai wird man sich bis 21 Uhr wieder frei bewegen können, ohne einen wichtigen Grund vorweisen zu müssen.

Wer allerdings nach 21 Uhr noch unterwegs sein will oder muss, muss ab Mittwoch einen der folgenden Gründe vorweisen:

1) Reisen für Konsultationen, Untersuchungen, Präventivmaßnahmen (einschließlich Impfungen) und Behandlungen, die nicht aus der Ferne durchgeführt werden können, oder für den Kauf von Gesundheitsprodukten
2) Reisen aus zwingenden familiären Gründen, zur Unterstützung von gefährdeten oder prekären Personen oder zur Kinderbetreuung
3) Reisen für behinderte Menschen und ihre Betreuer
4) Transitfahrten zu Bahnhöfen und Flughäfen für Reisen, die diesen zwingenden Gründen entsprechen
5) kurze Fahrten innerhalb eines Radius von maximal einem Kilometer um die Wohnung für die Bedürfnisse von Haustieren während der Sperrstunde.

Wiedereröffnung von nicht lebensnotwendigen Geschäften
Während dieser neuen Phase der Lockerungen dürfen auch die nicht lebensnotwendigen Geschäfte wieder öffnen, ebenso wie die Café- und Restaurantterrassen. Allerdings ist dort die erlaubte Kundenzahl auf sechs Personen pro Tisch begrenzt.

Neues Hygieneprotokoll im Handel
“Läden und Einkaufszentren werden nicht mehr als einen Kunden pro 8m2 Verkaufsfläche aufnehmen können”, erklären die Behörden. Eine Toleranz wird für Personen aus dem gleichen Haushalt (zwei Erwachsene zusammen) und für Personen, die eine Begleitung benötigen (ältere Menschen, behinderte Erwachsene …), gewährt.

Die sehr kleinen Läden, mit einer Verkaufsfläche von weniger als 8m2, werden jeweils nur einen Kunden aufnehmen dürfen. Für Geschäfte, die größer als 400 m² sind, ist eine manuelle oder automatische Zählvorrichtung vorgeschrieben.

Sechser-Tische auf Restaurant- oder Café-Terrassen
Seit nunmehr sechs Monaten sind die Cafés, Restaurants und Bars komplett geschlossen. An diesem Mittwoch werden sich viele Franzosen darüber freuen, wieder ausgehen zu können – aber mit einem strikten Hygieneprotokoll. Die Gesundheitsbehörden verbieten zum Beispiel mehr als sechs Personen an einem Tisch. Diese mindestens bis zum 9. Juni geltende Regelung gilt nicht für kleine Terrassen mit weniger als 10 Tischen, sofern zwischen den Tischen Abtrennungen installiert sind.

Es wird den Kunden aber weiterhin untersagt, Getränke und Speisen im Stehen zu konsumieren. Gastbetriebe, die keine Terrassen haben, müssen sich daher bis zum 9. Juni gedulden. Die Regeln der Gesundheitsbehörden sehen auch die Einführung von Anwesenheitslisten vor, in denen die Kontaktdaten der Kunden gesammelt werden, um diese im Falle einer entdeckten Ansteckungsgefahr kontaktieren zu können.

Verringerte Kapazität für kulturelle Veranstaltungsorte
Ab 19. Mai muss bei der Öffnung von Kinos eine maximale Kapazität von 35% der möglichen Kundenzahl in den jeweiligen Lichtspieltheatern eingehalten werden, bis zu einem Maximum von 800 Zuschauern. In den Kinos wird zunächst der Verzehr von Speisen, Süßigkeiten und Leckereien verboten sein. Bei Museen und Denkmälern hingegen haben sich die Behörden an den Geschäften orientiert: Für die Öffnung wird auch hier ein Schwellenwert von 8m² pro Besucher festgelegt.

Lockerung unter Bedingungen
Bei der Ankündigung seines Lockerungsplans hat der Präsident der Republik Emmanuel Macron angedeutet, dass diese zweite Phase der Lockerungen einer “territorialen Logik” gehorchen wird. In Departements, in denen sich die gesundheitliche Situation nicht ausreichend verbessert hat, kommt eine Aufhebung der Einschränkungsmaßnahmen nicht in Frage. Die Behörden haben daher eine symbolische Obergrenze festgelegt, die auf der Anzahl der in einer Woche in einem Gebiet erfassten Fälle von Covid-19 auf 100.000 Einwohner (Inzidenzrate) basiert.

Somit könnte jedes Departement, in dem die Inzidenzrate den Schwellenwert von 400 Fällen pro 100.000 Einwohner überschreitet, nicht in diese zweite Phase der Lockerungen eintreten. Im Moment befindet sich kein französisches Departement in dieser Situation. Das Departement Seine Sain-Denis hat mit 255 Fällen pro 100.000 Einwohner in dieser Woche die höchste Inzidenzrate im Land.

Nächster Schritt: 9. Juni
Nach diesen Lockerungen müssen die Franzosen bis zum 9. Juni warten, dann wird die nächste Stufe der Lockerungsphase eingeläutet. An diesem Tag wird der Beginn der Ausgangssperre auf 23 Uhr verlegt. Cafés und Restaurants können dann ihre Kunden auch im Innenbereich bedienen. Auch der Sport in Turnhallen wird wieder erlaubt sein.

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