Tag & Nacht

In Marseille gibt es jetzt eine besondere Art von Währung: die „Monnaie Sauvage“. Es handelt sich um Münzen aus recyceltem Plastik, die man gegen Geschenke in bestimmten Geschäften eintauschen kann. Das Spannende daran? Diese alternative Währung kann man verdienen, indem man Müll sammelt.

Plastikmünzen als lokale Währung

Die „Monnaie Sauvage“ ist eine Initiative, die den Umweltgedanken mit lokaler Wirtschaftsförderung verbindet. In den Straßen von Marseille sammeln die sogenannten „grünen Brigaden“ Abfall und bekommen dafür Plastikmünzen. Diese Münzen lassen sich in Partnergeschäften der Initiative gegen Waren oder Dienstleistungen eintauschen – eine Win-Win-Situation für die Stadt und ihre Bewohner.

Früh morgens treffen sich die Freiwilligen der „grünen Brigaden“, um Marseille ein bisschen sauberer zu machen. Innerhalb einer Stunde haben sie fast zwei Kilo Müll gesammelt und werden dafür mit einigen Münzen belohnt. Diese können sie dann in lokalen Geschäften einlösen – ein direkter Anreiz, sich für die Sauberkeit der Stadt einzusetzen.

Herstellung der Münzen

Die Münzen werden in einem Atelier in Aix-en-Provence hergestellt. Ausgangsmaterial sind Plastikdeckel, die an Stränden gesammelt werden. Nach einer gründlichen Reinigung werden die Deckel zu kleinen Plastikchips zerkleinert und dann in einer speziellen Maschine bei 230 Grad geschmolzen und geformt.

Erfolgsgeschichte der letzten Monate

In den letzten zwei Monaten wurden 500 Münzen verteilt, was der Sammlung von 300 Kilo Müll entspricht. Valérie Heurtel, Journalistin bei dem Sender France 2, erklärt, dass Frankreich die meisten lokalen Währungen in Europa hat. Die „Monnaie Sauvage“ ist also Teil einer größeren Bewegung, die das Bewusstsein für Umwelt und lokale Wirtschaft stärken soll.

Lokale Währungen – ein nationales Phänomen

Nicht nur in Marseille, sondern in ganz Frankreich gibt es verschiedene lokale Währungen. Sie alle verfolgen ähnliche Ziele: Stärkung der lokalen Wirtschaft, Förderung des Gemeinschaftsgefühls und Umweltschutz. Ein Beispiel dafür ist die „Gonette“ in Lyon, die allerdings auch ihre Kritiker hat.

Wer weiß, vielleicht wird die „Monnaie Sauvage“ in Zukunft sogar über die Grenzen Marseilles hinaus bekannt und beliebt. Denn das Konzept, durch Müllsammeln einen direkten Nutzen für die Gemeinschaft und sich selbst zu schaffen, hat definitiv Potenzial. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich diese und andere lokale Währungen weiterentwickeln.

Interessiert an nachhaltigen Initiativen und lokalen Währungen? In Marseille hat sich ein innovatives Projekt entwickelt, das genau diese beiden Aspekte verbindet – die „Monnaie Sauvage“. Klingt verrückt? Ist es aber nicht!


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