Renten: Gesundheitskrise könnte 5 Milliarden Euro pro Jahr kosten

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Der Rat für Rentenpolitik (COR) schätzt die zusätzlichen Kosten der Coronavirus-Krise in diesem Jahr auf 21 Milliarden Euro. Das Defizit des Rentensystems sinkt auf mehr als 25 Milliarden Euro.

Die Feststellungen des Rates für Rentenpolitik (COR) wurden vor ihrer offiziellen Veröffentlichung am Donnerstag, dem 15. Oktober, bekannt. Experten schätzen, dass als Folge der Gesundheitskrise das Defizit im Rentensystem in diesem Jahr um 25 Milliarden Euro steigen wird. Die Studie, die dem Premierminister übermittelt wurde, ist optimistischer als die Prognosen vom Juni, die ein Defizit von 29 Milliarden Euro vorhersagten. Die wirtschaftliche Erholung in diesem Sommer hat es ermöglicht, die Zahlen zu revidieren, aber die Regelung wird in den kommenden Jahren defizitär bleiben. Selbst wenn das Wachstum wieder anzieht, werden die Ausgaben aufgrund der Alterung der Bevölkerung in der Tat hoch bleiben. “Die Krise würde somit einen zusätzlichen Finanzierungsbedarf von rund einem Punkt des BIP im Jahr 2020 (d.h. rund 21 Milliarden Euro im Jahr 2019) und 0,2 Punkten in den Folgejahren (d.h. knapp 5 Milliarden Euro im Jahr 2019) verursachen”, heißt es in dem von Les Echos publizierten Papier. Mit anderen Worten: Die Coronavirus-Krise dürfte nach Ansicht von Experten zwischen 2021 und 2024 jährlich 5 Milliarden Euro kosten.

In diesem Vermerk wird auch darauf hingewiesen, dass die Einnahmen im Jahr 2020 um 5,4% gesunken sind, da die Lohnsumme im Privatsektor um 8,4% eingebrochen ist, so Les Echos. Der Umsatzrückgang ist auf Kurzarbeit und die Stundung von Gebühren für Unternehmen zurückzuführen. Der COR prognostiziert eine Wiederaufnahme des Wachstums ab 2024. Was die Ausgaben betrifft, so waren sie dieser Studie zufolge nicht signifikant, insbesondere wegen der überhöhten Sterblichkeit im Zusammenhang mit dem Covid-19. In der Tat sank die Zahl der Rentner um 0,1%, ohne jedoch Einsparungen für das Rentensystem zu bewirken. Für das Jahr 2024 wird geschätzt, dass dem System 13,3 Milliarden Euro fehlen werden, was mehr als 0,5 Punkten des BIP entspricht.

Die Regierung muss entscheiden
Der Rat für Rentenpolitik hat diese Studie auf Ersuchen der Regierung erstellt. Die Exekutive muss nun entscheiden, ob Maßnahmen zur Sanierung der Rentenversicherungen ergriffen werden sollen, wobei sie beschließen muss, so bald wie möglich Einsparungen vorzunehmen. Der Präsident der Republik, Emmanuel Macron, könnte beispielsweise beschließen, die Zahl der gearbeiteten Jahre zu verlängern, um einen vollen Satz zu erhalten, oder, wie von den Gewerkschaften befürchtet, das Rentenalter ganz zu verschieben.


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