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Bei einer Anhörung vor dem Senat zog der französische Innenminister eine Bilanz der Sachbeschädigungen in Frankreich seit Beginn der Unruhen nach dem Tod von Nahel am 27. Juni. 23.878 Brände auf öffentlichen Straßen, 12.031 angezündete Fahrzeuge und 2.508 angezündete oder beschädigte Gebäude wurden von der Regierung registriert.

In Frankreich kommt nun die Zeit, Bilanz zu ziehen. Nach den einwöchigen Unruhen nach dem Tod des 17-jährigen Nahel zog Innenminister Gérald Darmanin, der am Mittwoch, 5. Juli, vom Rechtsausschuss des Senats angehört wurde, eine Bilanz der Schäden.



Seit Beginn der Unruhen am 27. Juni wurden 23.878 Brände auf öffentlichen Straßen gezählt, wie der Minister ausführte. Es wurden 12.031 Fahrzeuge angezündet, 2.508 Gebäude in Brand gesteckt oder beschädigt, davon 273, die „den Ordnungskräften gehören“. 105 Rathäuser wurden „in Brand gesteckt oder beschädigt“ und 168 Schulen „waren Gegenstand von Angriffen“.

„Siebzehn Angriffe auf gewählte Volksvertreter“ wurden gezählt, darunter der Angriff auf das Haus des Bürgermeisters von L’Haÿ-les-Roses südlich von Paris, ein Angriff mit einem brennenden Fahrzeug, der im ganzen Land für Empörung sorgte.

Darüber hinaus wurden seit Beginn der Gewalt in Frankreich diverse Ermittlungen eingeleitet. Es laufen 10 Ermittlungen gegen Polizisten oder Gendarmen durch die IGPN (Generalinspektion der nationalen Polizei) oder die IGGN (Generalinspektion der Gendarmerie), berichtete Gérald Darmanin ohne weitere Details zu nennen.

Eine dieser Untersuchungen betrifft den Fall eines jungen Mannes, der derzeit im Koma liegt, nachdem er am 30. Juni in Mont-Saint-Martin in Ostfrankreich, wo eine Eliteeinheit der Polizei im Einsatz war, schwere Kopfverletzungen erlitten hatte.

Eine weitere Untersuchung betrifft den Tod eines 27-jährigen Mannes in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Marseille (Südostfrankreich), der laut Staatsanwaltschaft möglicherweise Opfer eines Gummi-Projektils vom „Typ Flash-Ball“ geworden war.

Seit Beginn der Unruhen am 27. Juni gab es 3.505 Festnahmen, davon 1.373 in Paris und den Vororten, wie Gérald Darmanin berichtete. Der jüngste Festgenommene sei 11 Jahre alt und der älteste 59 Jahre alt.


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