Tag & Nacht

Der italienische Vizepremier Matteo Salvini hat am Dienstag, dem 4. Juni, Emmanuel Macron scharf angegriffen, indem er eine Fotomontage des französischen Präsidenten in Kampfuniform und mit einem Sturmgewehr bewaffnet auf X verbreitete. Salvini wirft Macron vor, Europa in einen Krieg mit Russland treiben zu wollen, nachdem der französische Staatschef mehrfach die Möglichkeit angesprochen hatte, westliche Truppen zur Unterstützung der Ukraine zu entsenden.

„Eine militärische Eskalation und italienische Soldaten an der Front auf Befehl eines gefährlichen ‚Bombenlegers‘? Nein danke“, schrieb der rechtsextreme italienische Politiker auf seinem X-Account. Salvini ist Vorsitzender der Lega, die Teil der von Giorgia Meloni geführten Regierungskoalition ist.

Ein provokantes Bild

Neben einem Porträt von Matteo Salvini, das ihn bei einer Wahlkampfveranstaltung mit erhobenem Arm und einem Rosenkranz in der Hand zeigt, ist eine Fotomontage zu sehen. Sie zeigt Macron als kämpfenden Soldaten in einem Helm, in einer Uniform in den Farben der Europäischen Union und mit einer taktischen Weste. Salvini kommentierte das Bild mit den Worten: „Ja zum Engagement Italiens für den Frieden, zur Ablehnung des Krieges gemäß unserer Verfassung, inspiriert von unserem kollektiven moralischen Bewusstsein und unserer christlichen Tradition.“ Er forderte die Wähler auf, bei den bevorstehenden Europawahlen die Lega zu wählen für „mehr Italien und weniger Europa“.

Salvini vs. Macron

Matteo Salvini ist bekannt für seine wiederholten Angriffe auf Emmanuel Macron, den er regelmäßig als „Kriegstreiber“ bezeichnet. Am Montag nannte er Macron „verrückt“ und hatte ihm schon Anfang Mai geraten, sich „behandeln zu lassen“. Salvini steht oft im Gegensatz zur pro-Kiew-Politik von Giorgia Meloni. Trotz seiner langjährigen Bewunderung für Wladimir Putin und einem 2017 unterzeichneten Abkommen mit der russischen Partei Einiges Russland, hat Salvini allerdings die russische Invasion in der Ukraine verurteilt.

Salvinis provokative Aussagen und Aktionen heizen die Debatte über Europas Rolle im Ukraine-Konflikt weiter an und zeigen die tiefen politischen Gräben innerhalb der italienischen Regierung und in Europa insgesamt.


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