Tag & Nacht

Achtzig Jahre nach dem historischen D-Day fanden am 6. Juni 2024 in Frankreich bedeutende Gedenkfeiern statt. Diese sollten die Erinnerung an den Mut und die Opferbereitschaft der Soldaten, die an den Stränden der Normandie kämpften, wachhalten. Besonders auffällig war das Fehlen Russlands bei den Feierlichkeiten – ein Zeichen der aktuellen geopolitischen Spannungen.

Ver-sur-Mer: Britischer Heldentum gewürdigt

Der Tag begann mit einer Zeremonie am Memorial von Ver-sur-Mer, nahe Gold Beach, wo Präsident Emmanuel Macron den 1.465 britischen Soldaten gedachte, die am D-Day ihr Leben ließen. Gemeinsam mit König Charles III. betonte Macron die Bedeutung ihres Opfers und verlieh Christian Lamb die Légion d’honneur. Lamb, 103 Jahre alt, war im Women’s Royal Naval Service und half, die Operation von Churchill’s Kriegsbureau aus zu planen.

Colleville-sur-Mer: Amerikanische Helden geehrt

Später am Tag versammelten sich Joe Biden und Emmanuel Macron am amerikanischen Friedhof in Colleville-sur-Mer. Hier verlieh Macron elf amerikanischen Veteranen die Légion d’honneur und erinnerte in seiner Rede an ihre Jugend und ihre Träume, die sie für den Kampf gegen die Tyrannei opferten. „Ihr seid für immer auf französischem Boden zuhause, und wir vergessen euch nicht“, betonte er emotional.

Biden: Politische Mahnungen und historische Parallelen

In seiner Ansprache verband Joe Biden die Ereignisse von damals mit der heutigen Zeit. Er sprach über die Ukraine, die Bedeutung der NATO und warnte vor Isolationismus. „Isolationismus war vor 80 Jahren nicht die Antwort, und er ist es auch heute nicht“, so Biden. Er erinnerte daran, dass die Freiheit stärker sei als jede Tyrannei und dass es unsere Pflicht sei, die Erinnerung zu bewahren.

Selenskyj: Zeichen der Solidarität

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, wurde unter Applaus begrüßt. Zehn Jahre nach der Anwesenheit von Vladimir Putin beim 70. Jubiläum symbolisierte Selenskyjs Anwesenheit heute die aktuellen Kämpfe in Europa und die Solidarität der Alliierten.

Musik und Erinnerung: Der „Chant des partisans“

Die Sänger der Opéra-Comique gaben eine bewegende Darbietung des „Chant des partisans“, gefolgt von Lesungen ehemaliger Kämpfer und Musik, die von Klavier und Dudelsack begleitet wurde. Eine Botschaft an die jungen Generationen lautete: „Wir haben das für euch getan“ – eine eindringliche Erinnerung an die Opfer der Vergangenheit und die Verantwortung der Gegenwart.

Macron: Kampf für Freiheit

Zum Abschluss sprach Emmanuel Macron erneut und zog Parallelen zwischen den damaligen und heutigen Kämpfen. Er erinnerte daran, dass die Soldaten am D-Day nicht nur für ihre Heimat, sondern gegen eine Ideologie des Hasses kämpften, die Minderheiten und Andersdenkende unterdrückte. „Freiheit ist ein täglicher Kampf“, betonte er, und würdigte dabei besonders die Anwesenheit des ukrainischen Präsidenten Selenskyj.

Ein denkwürdiger Tag

Der 80. Jahrestag des D-Days war nicht nur eine Erinnerung an die Vergangenheit, sondern auch ein Aufruf zur Wachsamkeit und Solidarität in der Gegenwart. Die Feierlichkeiten zeigten, dass die Werte, für die damals gekämpft wurde, heute ebenso relevant sind. Ein Tag des Gedenkens, der Ehrung und der Verpflichtung, die Freiheit zu verteidigen – gestern, heute und morgen.


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