“Wir werden aber kein ‘Corona’ trinken…” Von der Ausgangssperre verschont, nutzen die Straßburger die Nacht aus…

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Während in der Ile-de-France und in acht französischen Metropolen wegen der Gesundheitskrise im Zusammenhang mit Covid-19 eine Ausgangssperre verhängt wurde, können die Franzosen überall sonst, wie hier in Straßburg, vorerst abends ausgehen, wie sie wollen.

“Einen Mojito, bitte! Wir werden doch kein ‘Corona’ trinken, oder?” In dieser Bar in Straßburg, im Grand Est, ist es in der Nacht vom Freitag, dem 16. Oktober, Zeit für Humor und Leichtigkeit. Das ist nicht überall in Frankreich der Fall: In der Region Ile-de-France und in acht französischen Großstädten (Grenoble, Lyon, Aix-Marseille, Saint-Etienne, Rouen, Montpellier und Toulouse), in denen wegen der Gesundheitskrise im Zusammenhang mit dem Coronavirus Covid-19 eine mindestens vierwöchige Ausgangssperre verhängt wurde, sollte man nach 21 Uhr niemanden mehr draußen finden.

Aber überall sonst, wie in einem zweigeteilten Frankreich, kann man abends immer noch in Restaurants und Bars ausgehen. In Straßburg ist die Bar bis 4 Uhr morgens geöffnet. Drei Freunde kamen, um sich zu entspannen: “Ich gebe zu, der Moment, in dem man sich am meisten einer Ansteckung aussetzt, ist, wenn man ausgeht”, erklärt einer. Aber irgendwann muss man ein bisschen rauskommen!”. “Es gab diese erste Welle, bei der wir die ersten waren, die getroffen wurden”, ergänzt sein Nachbar. “Wir haben uns gesagt, wir müssten das alles ernst  nehmen und die Maske aufsetzen”.

Diese Einstellung mag zum Teil die Verzögerung in Straßburg erklären. Franck Meunier ist der Manager des Nachtclubs, Les Aviateurs. “Wir haben in Straßburg das Glück, nach 21 Uhr noch draußen zu sein und vor allem konsumieren zu können. Aber wir waren gezwungen, Polizeiarbeit zu leisten, jemanden anzustellen, der darauf achtet, dass die Abstandsregeln eingehalten werden und dass die Leute ihre Masken nicht abnehmen, weil sie einen Drink zu viel hatten”.

“Wir befinden uns eindeutig in einem epidemischen Aufschwung.”
Diese Maßnahmen werden jedoch nicht ausreichen, da sich die Ansteckungslage auch in Straßburg verschlechtert. Alexandre Feltz, Allgemeinmediziner, ist stellvertretender Bürgermeister und für Gesundheit zuständig: “Die Zahlen tragen dazu bei, dass wir in den kommenden Tagen zweifellos als in erhöhter Alarmbereitschaft befindlich erkannt werden”, warnt er. Es gibt derzeit etwa zehn Personen, die mit Covid-19 in Straßburg auf der Intensivstation liegen. Dies steht in keinem Verhältnis zu den 600 in der ersten Welle, aber wir befinden uns eindeutig in einer Rebound-Epidemie mit einem Virus, das im Umlauf ist und vor allem ältere Menschen befällt. Und wir wissen, dass es sehr heikel ist”. Konkret bedeutet dies, dass Bars und Restaurants in Straßburg bald nach 22 Uhr geschlossen werden. Straßburg bleibt nicht verschont. Es nur aufgeschoben.


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