Wochenend-Lockdown? Der schockierende Vorschlag der Ärzte in Lyon

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Gehen wir wie im letzten Frühjahr langsam auf einen neuen Lockdown zu, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen? Der Gedanke eines neuen Lockdowns beschäftigt viele Franzosen, so auch die Ärzte in Lyon, die über derzeitige zweite Welle der Covid-19-Epidemie beunruhigt sind.

Die Ärzte des Regionalverbands der Freiberufler im Gesundheitswesen (URPS) in der Region Auvergne-Rhône-Alpes fordern eine Verlängerung der Ausgangssperre und einen Lockdown an Wochenenden. Sie sind der Meinung, dass “die Lage ernst ist und die Zeit nicht mehr für halbherzige Maßnahmen reicht”.

“Die sofortige Verlängerung der Ausgangssperre ab 19 Uhr an Werktagen und die Einführung eines Lockdowns an Samstagen und Sonntagen sind notwendig”, betonten sie in einer Erklärung, die die “Halbheiten der derzeitigen Ausgangssperre” anprangert.

“Wenn wir den Fortschritt der Epidemie nicht aufhalten, wird die Katastrophe menschengemacht sein”.
“Die Epidemie hat ein Rekordniveau erreicht, was in wenigen Tagen zu einer Überlastung und Sättigung der Krankenhausleistungen führen wird […]. Wenn nichts das Fortschreiten der Epidemie aufhält, wird die Katastrophe erst eine menschliche, dann eine wirtschaftliche und schlußendlich eine soziale sein”, beklagen sie.

Um eine Situation zu vermeiden, “die mit der im Fernen Osten oder sogar in Italien im vergangenen Frühjahr vergleichbar ist” und “während man auf einen wirksamen und perfekt verträglichen Impfstoff wartet”, ist es ihrer Meinung nach notwendig, die Anstrengungen der gesamten Bevölkerung zu maximieren.

Eine Trivialisierung dieser Infektion?
“Zu viele unserer Mitbürger nehmen die Ansteckungsgefahren nicht ernst genug, sie verharmlosen die Ansteckung individuell und vernachlässigen das Risiko, das sie für andere, vor allem für die Schwächsten, darstellen”, betonen die Ärzte.

Am LCI-Sonntagmorgen äußerte der Epidemiologe Martin Blachier deutlich seine Zweifel an der Wirksamkeit der Ausgangssperre, die seiner Meinung nach zu spät und angesichts der derzeit zu beobachtenden Ausbreitung Virus wirkungslos sei.

Am Samstag, dem 24. Oktober, wurden in Frankreich innerhalb von 24 Stunden 45.422 neue Fälle von Covid-19 registriert, ein neuer Rekord, während der Druck auf die Intensivpflege weiter zunimmt, wobei laut Angaben des französischen Gesundheitswesens derzeit fast 2.500 schwere Fälle Intesivstationen behandelt werden.


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