Zirkus: wenn Hologramme Tiere ersetzen

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Tierschutz: Zirkustiere als Hologramme

In Frankreich hat die Nationalversammlung am 29. Januar einen Gesetzentwurf zur Bekämpfung von Tiermissbrauch verabschiedet. Dieser sieht insbesondere ein Verbot der Vorführung von Wildtieren in Wanderzirkussen vor. Während viele Zirkusse darin das Ende einer Tradition und den Tod ihrer Tätigkeit sehen, setzen andere auf eine Wiederbelebung. Dies ist der Fall des Zirkus Bouglione, der einen Öko-Zirkus ohne Tiere eingerichtet hat. Diese werden durch Hologramme ersetzt. Eine solche in Frankreich noch nie dagewesene Aufführung wird im April zum ersten Mal in Montpellier stattfinden. 

Unter diesem Zelt spielen Eisbären mit Killerwalen. In dieser neuen Zirkusshow sind tatsächlich wilde Tiere anwesend, allerdings in Form von Hologrammen. Diese in Frankreich noch nie gesehene Aufführung wurde über 4 Jahre von Sandrine und André-Joseph Bouglione, zwei ehemaligen Dompteuren, erdacht und entwickelt. “Wir waren zutiefst gegen die Jagd, die Fischerei, all diese Formen der Tierausbeutung, und wir waren selbst Dompteure”, erklärt Sandrine Bouglione, Mitbegründerin des Ökozirkus Bouglione. “Also haben wir uns viele Gedanken darüber gemacht. Wir wollten unseren Kindern zeigen, dass es in unserem Beruf auch anders geht.”

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Tipp der Redaktion

Eine Entscheidung, die für die beiden ehemaligen Tiertrainer, die beide aus tscherkessischen Familien stammen, nicht selbstverständlich war. Ihre Vision des Zirkus geht gegen den Strich des traditionellen Zirkus geht, hat ihnen viele Kritiken und Drohungen eingebracht. Trotzdem bereuen sie ihre Wahl nicht. “Als ehemalige Dompteure sind wir durch Aktionen, die wir mit unserem Ökozirkus durchführen, im Tierschutz aktiv, und somit befinden wir uns irgendwo in einer Kontinuität der Arbeit mit Tieren, aber einfach anders”, sagt Sandrine Bouglione.

Um dem gerecht zu werden, hat das Ehepaar Bouglione auch beschlossen, keine Shows mehr mit Haustieren wie Pferden zu veranstalten. Agathe Gourin, eine ehemalige Reitervoltigeuse, musste sich in eine Trapezkünstlerin verwandeln: “Ich musste mich selbst erneuern”, vertraut sie France 24 an.

Der Ökozirkus Bouglione plant, seine Show durch die Integration neuer Tiere weiterzuentwickeln und hofft auf die erste Aufführung im kommenden April in Montpellier, einer Stadt, die sich besonders für den Tierschutz engagiert.


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