Tag & Nacht

In Belgien hat ein offensichtlich betrunkener Zugführer seinen Zug verärgert verlassen und die Fahrgäste einfach in einem kleinen Bahnhof ausgesetzt.

Die Fahrgäste dachten zunächst, es handle sich um einen Scherz. Am Donnerstag, dem 16. November, gegen 22 Uhr, wurden die Fahrgäste eines Zuges auf den Bahnsteig des Bahnhofs von Silly in Belgien regelrecht ausgesetzt. Wie unsere Kollegen von La Voix du Nord berichten, war es das Zugpersonal – Zugbegleiter der belgischen Eisenbahngesellschaft (SNCB) -, das beschlossen hatte, den Zug anzuhalten. Der Grund dafür war das auffällige Verhalten des Zugführers…


Nach Angaben der Zugbegleiter hatte der Zugführer – zum Zeitpunkt des Vorfalls wahrscheinlich betrunken – eine Haltestelle am Bahnhof in der Gemeinde Mouscron ausgelassen. Außerdem habe auf der Fahrt zwei rote Streckenampeln übersehen. Er wurde aufgefordert, den Zug im Bahnhof von Silly stehen zu lassen. Aus Ärger über die Entscheidung seiner Kollegen verließ er den Zug zu Fuß und ließ seine staunenden Fahrgäste auf dem Bahnsteig zurück.

Vor Ort herrscht Bestürzung. Ein Fahrgast berichtete, dass sich eine der Zugbegleiterinnen ständig bei den Fahrgästen entschuldigte: „Sie hat sich 1.000 Mal entschuldigt und uns drei Stunden lang Wasser und Kekse angeboten“, erklärte der Zeuge. So schnell wie möglich charterte das Bahnunternehmen einen ersten Ersatzbus, damit die Passagiere zum Bahnhof in Brüssel gelangen konnten, wo sie eigentlich hinwollten. Doch der Abend entwickelte sich zu einem echten Albtraum: Der Bus kam nie an seinem Ziel an: „Ein Bus sollte uns abholen, aber er fuhr in die falsche Richtung. Dann kam ein anderer Fahrer, der aber laut der Begleiterin nicht zur Personenbeförderung berechtigt war“, berichtete ein Fahrgast gegenüber der Nachrichtenagentur Belga.

Die belgische Eisenbahngesellschaft (SNCB) erklärte auf Anfrage, dass sie „die Vorfälle sehr ernst nimmt und sofort eine Untersuchung eingeleitet hat“, so Élisa Roux, eine Sprecherin des Unternehmens.


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