Coronavirus: Emmanuel Macron beruft Verteidigungsrat ein, um mögliche neue Maßnahmen zu diskutieren

321

Wird sich die Exekutive angesichts beunruhigender Zahlen für einen noch strengeren Lockdown entscheiden? Auf dem Tisch liegen restriktivere Maßnahmen, wie eine mögliche nächtliche “Ausgangssperre” in Paris oder der Ile-de-France, die am Dienstag vom Regierungssprecher Gabriel Attal vorzeitig angekündigt wurde.

Emmanuel Macron hat für Mittwoch, den 4. November, eine Sitzung des Verteidigungsrates zur Covid-19-Epidemie einberufen, um mögliche neue Maßnahmen zur Bekämpfung der Epidemie zu erörtern, die immer noch ungebremst im Vormarsch ist.

Die Pandemie forderte am Dienstag erneut mehr als 400 Todesopfer innerhalb von 24 Stunden. 426 Menschen starben an den Folgen von Covid-19 im Krankenhaus, darüber hinaus starben 428 Menschen innerhalb von vier Tagen in alters- und Pflegeheimen. Seit Beginn der Epidemie hat Covid-19 laut dem letzten offiziellen Bericht 38.289 Todesopfer gefordert.

Ein Schlüsselindikator für den Druck auf das Krankenhaussystem, der durch den Lockdown begrenzt werden soll, ist die Zahl der schwerkranken Patienten auf den Intensivstationen, die am Dienstag 3.869 betrug (39 weitere in 24 Stunden), bei rund 6.400 derzeit verfügbaren Betten.

Wird sich die Exekutive angesichts dieser Zahlen für noch strengere Maßnahmen entscheiden? Auf dem Tisch liegen restriktivere Maßnahmen, wie eine mögliche nächtliche “Ausgangssperre” in Paris oder der Region Ile-de-France (vor allem wegen der Menschenmassen vor bestimmten Geschäften, die geöffnet bleiben dürfen), die am Dienstag vom Regierungssprecher Gabriel Attal vorzeitig angekündigt wurde.

Der Eindruck der Unordnung – “Le big bazar” titelte am Montag Libération, während Le Figaro “L’exécutif en pleine cacophonie” (Die Exekutive in voller Kakophonie) gegeißelte – wurde durch eine Episode in der Nationalversammlung noch verstärkt, als es der Opposition über Nacht gelang, die Verlängerung des Gesundheitsnotstands bis Mitte Dezember zu begrenzen, während die Regierung eine Verlängerung bis Mitte Februar wünschte.
Doch gerade dieses Notstandsregime macht es möglich, die Bewegungsfreiheit drastisch einzuschränken oder die Bevölkerung in den Lockdown zu versetzen. 

Gesundheitsminister Olivier Véran, ließ die weitere Prüfung des Gesetzestextes unterbrechen. Und die Regierung hat die Möglichkeit, das Gesetz vor der endgültigen Verabschiedung, die für Freitag vorgesehen ist, noch einmal zu überdenken.
Auf jeden Fall gibt es Stimmen, die härtere Maßnahmen gegen das Wiederaufflammen der Epidemie fordern, wie etwa Gilles Pialoux, Leiter der Abteilung für Infektionskrankheiten am Tenon-Krankenhaus in Paris, der sich über den “Lockdown light” … “entsetzt” zeigte.

Auf dem Weg zu einem strengeren Lockdown?
Oder Frédéric Valletoux, Präsident des französischen Krankenhausverbands, der ein Anziehen der Schraube fordert, “wenn sich die Zahlen nicht verbessern”. Die Position wird vom Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, geteilt, der am Mittwoch in Le Parisien einen “strengeren Lockdown” forderte, wenn sich die Kurve nicht innerhalb einer Woche umkehrt.

Die Hygiene-Maßnahmen im nationalen Bildungssystem, dessen Schulen im Gegensatz zum ersten Lockdown im Frühjahr geöffnet bleiben, werden von den lokalen Behörden oder Gewerkschaften als nur schwer anwendbar kritisiert sowie von Schülern als nicht ausreichend angeprangert.

Und die neue Rezessionsprognose der Regierung “geht davon aus”, dass der neue Lockdown länger als einen Monat dauern wird, so der Hohe Rat für öffentliche Finanzen.


Du möchtest immer die neuesten Nachrichten aus Frankreich?
Abonniere doch unseren Newsletter!



Live-Chat mit anderen Mitgliedern

You must be a registered user to participate in this chat.