Covid-19: Impfung für alle beginnt heute

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Keine Alters- oder Gesundheitskriterien mehr: Ab heute kann sich die gesamte erwachsene Bevölkerung Frankreichs gegen Covid-19 impfen lassen – ein entscheidender Schritt, um ein Wiederaufflammen der Epidemie zu verhindern, da gleichzeitig die Einschränkungen schrittweise gelockert werden.

Die Impfung für alle beginnt heute. Die 18-49-Jährigen waren offiziell die letzte Kategorie, die nun ohne Bedingungen an der Impfkampagne teilnehmen kann. Eine Impfkampagne, die seit ihrem Beginn Ende Dezember schrittweise ausgeweitet wurde.

Impfwillige müssen sich dennoch gedulden: Die Reservierungen, die vor vier Tagen begonnen haben, kommen laut Gesundheitsminister Olivier Véran auf den spezialisierten Internetplattformen (Doctolib, Keldoc, Maiia) nur “schrittweise” in Gang. Es werden “jeden Tag” neue Termine online gestellt, sagte er.

Doctolib, die wichtigste Buchungsplattform, erwartet einen großen Zustrom, warnte, dass sie nicht in der Lage sei, alle Patientenanfragen zu erfüllen, da die Anzahl der verfügbaren Impfstoffdosen noch begrenzt sei. “28 Millionen Erwachsene haben Anspruch auf eine Impfung und sind bis heute nicht geimpft. Es stehen aber durchschnittlich nur 500.000 Termine pro Tag zur Verfügung”, meldet die führende Buchungsplattform.

Um ein Wiederaufflammen der Epidemie in den kommenden Wochen und Monaten zu vermeiden, ist eine möglichst umfassende Impfung von großer Bedeutung.

“Entscheidende vierzehn Tage”
Die Gesundheitsindikatoren verbesserten sich auch am Samstag wieder. Landesweit wurden 10.675 positive Fälle gemeldet, 16.847 Covid-Patienten werden in einem Krankenhaus behandelt, davon 3.028 auf einer Intensivstation (etwa 500 weniger als letzte Woche).

Trotz dieser rückläufigen Tendenz reicht die Zahl von 10.000 neuen täglichen Ansteckungen noch nicht niedrig genug, um die Gefahr einer vierten Welle auszuschließen, warnen Epidemiologen.

Professor Fontanet, Mitglied des wissenschaftlichen Rates, ist der Meinung, dass unter der Voraussetzung, dass die Zahlen auch unter den derzeitigen Lockerungen bis Mitte Juni weiter fallen, Frankreich einen relativ entspannten Sommer erleben wird. Dafür “werden die nächsten fünfzehn Tage entscheidend sein”, warnt er und fordert die Franzosen auf, weiterhin die Barrieregesten einzuhalten und aufmerksam zu sein, vor allem in Innenräumen, wo das Risiko einer Ansteckung höher ist.

Das Ziel der Regierung, bis zum 15. Juni 30 Millionen Erstimpfungen zu erreichen, scheint erreichbar. Die Gesundheitsbehörden wollen jedoch unbedingt vermeiden, dass die Zahl der Geimpften in diesem Sommer nicht ausreichend ist, um eine ausreichende Immunität zu gewährleisten. Die Devise lautet daher jetzt, so schnell wie möglich alle zu erreichen, die geimpft werden wollen und dürfen.

Ein weiterer wichtiger Hebel ist die anstehende Impfung von Jugendlichen, die den kollektiven Schutz der Bevölkerung beschleunigen würde. Am Freitag gab die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) grünes Licht für den Einsatz des Produkts von Pfizer/BioNTech bei 12- bis 15-Jährigen. Die Hohe Gesundheitsbehörde (HAS) soll bis Mitte der Woche entscheiden, ob der Impfstoff auch an Jugendliche in Frankreich verabreicht werden darf.


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