Covid-19: In Dünkirchen übersteigt die Inzidenzrate 900 Fälle. Der Bürgermeister bittet um ein dringendes Treffen mit dem Premierminister.

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Die Inzidenzrate in Dünkirchen liegt mittlerweile deutlich über 900.

Die Gesundheitssituation verschlechtert sich in Dünkirchen drastisch, wo die Inzidenzrate viermal so hoch ist wie im Landesdurchschnitt, berichtet France Bleu Nord.

In der Stadt Dünkirchen (Nord) übersteigt die Inzidenzrate 900 Fälle pro 100.000 Einwohner, mehr als das Vierfache des nationalen Durchschnitts (193, Stand: 18. Februar), wie France Bleu Nord von der regionalen Gesundheitsagentur erfahren hat.

Diese Rate ist sogar höher als die der Region Nizza (Alpes-Maritimes), die mit 751 Fällen pro 100.000 Einwohner dreimal so hoch ist wie der nationale Durchschnitt. Das Departement Alpes-Maritimes wird an den nächsten zwei Wochenenden aufgrund der gesundheitlichen Situation einem lokalen Lockdown unterliegen. In der Region Dünkirchen war die Inzidenzrate bereits in den letzten Tagen hoch: 713 Fälle pro 100 000 Einwohner am Freitag, 12. Februar, 658 am Montag, 15. Februar.

Jüngere Patienten
“Dünkirchen ist heute in großen Schwierigkeiten”, warnte Patrick Goldstein, Leiter der Notfall- und EMS-Einheit des Krankenhauses in Lille, auf Franceinfo. Die Inzidenzrate für Patienten über 65 Jahre liegt bei ca. 250 und damit deutlich über den Warnschwellenwerten. Es gibt auch mehr jüngerer Patienten, die Patienten sind im Durchschnitt sieben Jahre jünger als im November”, sorgt sich der Arzt, der von einer “echten Belastung für das Krankenhaus in Dünkirchen” spricht.

Patrick Goldstein erwähnt auch die Schwierigkeit oder gar Unmöglichkeit, Plätze für Patienten zu finden, die stationär aufgenommen werden sollten: “Wir haben nach Plätzen für Patienten gesucht, die 48, 50, 52 Jahre alt waren, wir konnten im Nord und Pas-de-Calais keine finden.”

“Was uns Sorgen macht, ist, dass die Patienten jünger sind und nicht unbedingt mehr Vorerkrankungen aufweisen”, sagt Patrick Goldstein gegenüber Franceinfo.

Die englische Variante in 70 % der Fälle
Besorgniserregend ist das sehr hohe Vorkommen der englischen Variante in der Umgebung von Dünkirchen: In der Woche vom 15. bis 21. Februar wurden 70% der Proben, die im Krankenhauszentrum von Dünkirchen auf Covid-19 genommen wurden, als positiv für die englische Variante befunden, berichtet France Bleu Nord. Das sind 20% mehr als in der Vorwoche.

“Die Variante betrifft eine große Anzahl von jungen Menschen und wir können auf keinen Fall zulassen, dass diese Situation so weitergeht”, warnt Patrick Goldstein. ”Heute müssen wir die Kette der Kontamination unterbrechen. Es müssen ernste Maßnahmen ergriffen werden”, sagt der Arzt, ohne sich jedoch auf bestimmte Maßnahmen festzulegen.

Angesichts dieser gesundheitlichen Situation fordert der Bürgermeister der Stadt, Patrice Vergriete, in einer Pressemitteilung “ein Treffen mit dem Premierminister, um die Situation dringend zu besprechen”.

“Dünkirchen verdient jetzt die volle Aufmerksamkeit des Staates, genauso wie der Ballungsraum Nizza und die Alpes-Maritimes. Wir, die gewählten Vertreter von Dünkirchen, sind bereit, alles zu tun, um diese dritte Welle der Epidemie zu bewältigen, so wie wir es seit letztem März in Zusammenarbeit mit der Préfecture du Nord tun”, erklärt der Bürgermeister.


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