Covid-19 in Frankreich: Entscheidungen über neue Lockdowns am Wochenende erwartet

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Pariser versammeln sich in Scharen entlang der Seine, die durch das Zentrum der Hauptstadt Paris fließt.(Foto von THOMAS COEX / AFP)

Präsident Emmanuel Macron sollte am Mittwochnachmittag mit dem Regierungschef und mehreren Ministern über die Vorkehrungen für die anstehende “Wiedereröffnung” des Landes konferieren. Gleichzeitig aber könnte die Exekutive am Donnerstag neue gesundheitliche Einschränkungen ankündigen, wie z.B. örtliche begrenzte Lockdowns.

Status quo oder ein Drehen an der Schraube? Die französische Regierung muss angesichts der Covid-19-Pandemie, die in einigen Gebieten zunimmt, aber auf nationaler Ebene (noch) nicht explodiert, über neue gesundheitliche Restriktionen entscheiden, wie z. B. örtliche Lockdowns.

Trotz alledem hofft die Exekutive auf “eine Rückkehr zu einem normaleren Leben (…) vielleicht ab Mitte April”, auch wenn es in der Zwischenzeit “Wochen mit schwerem Wetter” geben wird, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal am Mittwoch, dem 3. März, und fügte hinzu, dass Jean Castex am Donnerstag, dem 4. März, eine Pressekonferenz abhalten wird.

“Die Rückkehr zu einem normaleren Leben ist in Sicht, die Orte, die unser soziales Leben ausmachen, werden sich wieder öffnen, es ist das Licht am Ende des Tunnels, das wir im Blick haben müssen”, dank der Impfung, fügte er hinzu und bekräftigte, dass die Regierung beabsichtigt, eine “differenzierte Antwort” auf eine “heterogene” Situation in den Regionen zu geben. Gabriel Attal sprach auch von “Mechanismen und Protokollen, die es möglich machen könnten, das Land in naher Zukunft vorsichtig, aber sicher wieder zu öffnen”.

In der Zwischenzeit ist es die Frage der Ausweitung der Wochenend-Lockdowns auf neue Gebiete, die auf der Sitzung des Verteidigungsrates zur Gesundheit am Mittwoch mit den Staatschef diskutiert wurde.

Beunruhigende Situation trotz der positiven Wirkung von Impfungen

Am Montag hatte auch Emmanuel Macron einen Ausblick auf das Ende des Tunnels gegeben und versichert, dass “wir noch ein paar Wochen durchhalten müssen, vier bis sechs Wochen”, zwischen der Aufrechterhaltung von Restriktionen, wie der Ausgangssperre ab 18 Uhr, und Impfungen zur Eindämmung der Epidemie.

“Auch wenn wir die positiven Auswirkungen der Impfung beobachten können, insbesondere bei denjenigen, die aufgrund ihres Alters besonders gefährdet sind, bleibt die Situation besorgniserregend”, betonte die Direktorin der französischen Gesundheitsbehörde, Geneviève Chêne, am Mittwochmorgen. Ihr zufolge “ist die Sterblichkeitsrate Mitte Februar insgesamt leicht gesunken, um etwa 5%”.

Frankreich hat die Zahl von 3 Millionen Menschen überschritten, die eine erste Dosis des Impfstoffs erhalten haben, darunter 1,6 Millionen, die mit zwei Dosen geimpft wurden, vor allem ältere Menschen und Pflegepersonal, und Gesundheitsminister Olivier Véran deutete im März eine Beschleunigung an, indem er “6 Millionen Franzosen eine erste Impfung” versprach.

Angesichts dieser Aussicht konferiert Emmanuel Macron am späten Mittwochnachmittag mit Jean Castex und den betroffenen Ministern, um die verschiedenen Szenarien für die Wiedereröffnung öffentlicher Orte und Einrichtungen und die Möglichkeiten eines eventuellen “Gesundheitspasses” für den Zugang zu ihnen zu untersuchen.

Pas-de-Calais und Seine-Saint-Denis über der maximalen Alarmschwelle

Zwanzig Departements, darunter die gesamte Region Paris, in der die ansteckendere englische Variante des Virus inzwischen für mehr als die Hälfte der neuen Fälle von Covid-19 verantwortlich ist, stehen vorerst noch unter verstärkter Überwachung. In einigen Regionen sind die Ansteckungsraten sprunghaft angestiegen, wie z. B. in Pas-de-Calais und Seine-Saint-Denis, wo innerhalb von sieben Tagen mehr als 400 neue Fälle pro 100.000 Einwohner aufgetreten sind, was weit über der von den Gesundheitsbehörden auf 250 festgesetzten maximalen Alarmschwelle liegt.

Sehr kritisch bleibt die Situation im Ballungsraum Dünkirchen, wo die Inzidenzrate mittlerweile 1.000 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner überschritten hat, aber auch im benachbarten Gemeindeverband Hauts-de-Flandre, wo sie sich 900 nähert.

Aufgrund der angespannten Situation in den Krankenhäusern werden Intensivpatienten aus dem Krankenhaus in Dünkirchen nicht mehr nur in Einrichtungen in der Region, sondern auch nach außerhalb verlegt. So wurden am Dienstag zwei Patienten per Hubschrauber in das Krankenhaus in Le Havre in der Normandie evakuiert.

Die erste medizinische Evakuierung von vier Coronavirus-Patienten, die auf der Insel La Réunion hospitalisiert sind, auf das französische Festland ist ebenfalls in dieser Woche geplant, da die Krankenhäuser auf der Insel überlastet sind.

Leichte Verbesserungen in den Regionen Moselle und Alpes-Maritimes

Auf nationaler Ebene steigt die Zahl der Patienten mit Covid-19, die auf der Intensivstation behandelt werden, mit 3.586 Patienten am Dienstag weiter an, aber auch wenn einige Gebiete gesättigt sind, bleibt die Gesamtzahl weit von den Spitzenwerten der zweiten Welle (4.900) und noch mehr von der ersten (7.000) entfernt. In den Krankenhäusern wurden am Dienstag 301 neue Todesfälle registriert, ein Niveau, das stabil bleibt.

Was die registrierten Ansteckungen betrifft, so haben sie in der letzten Woche einen neuen Anstieg, aber keine Explosion erfahren. 145.419 Personen wurden zwischen Montag und Samstag positiv getestet, verglichen mit 136.314 in der Vorwoche. Und wenn bestimmte Gebiete einen konstanten Verlauf der Epidemie erleben, erleben andere Departements ein leichtes Abfallen der Zahlen, wie La Moselle oder die Alpes-Maritimes.


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