SAMSTAG, 11. JULI 2026 Anmelden / Beitreten Mitgliedskonto
Zurück

Alle Artikel · 09.09.2022 09:43

Covid-19 in Frankreich: Wenige Patienten auf der Intensivstation, keine neue Variante...

Covid-19 glänzt in Frankreich nach Beginn des neuen Schuljahres scheinbar mit Abwesenheit. In Frankreich ist die Zahl der Patienten, die wegen des Virus in eine Intensivstation eingeliefert wurden, seit März 2020 auf dem niedrigsten...

Covid-19 glänzt in Frankreich nach Beginn des neuen Schuljahres scheinbar mit Abwesenheit. In Frankreich ist die Zahl der Patienten, die wegen des Virus in eine Intensivstation eingeliefert wurden, seit März 2020 auf dem niedrigsten Stand. Hat das Land die SARS-CoV-2-Epidemie hinter sich?

Die Masken in den Schubladen und die Flaschen mit dem hydroalkoholischen Gel in den Schränken. In dem neuen Schuljahr 2022 sind die Sorgen um die Covid-19-Pandemie plötzlich einer allgemeinen Sorglosigkeit und Gleichgültigkeit gewichen. Das Virus interessiert wenig - oder nicht mehr - und ist aus den Diskursen verschwunden. "Das Damoklesschwert Covid steht nicht mehr im Mittelpunkt der Diskussionen", stellte Jean-Daniel Lévy, stellvertretender Direktor für politische Strategien und Meinungsforschung bei Harris Interactive, vor einigen Tagen in der Zeitung La Dépêche du Midi fest. In der von La Dépêche du Midi veröffentlichten Umfrage von Challenges und Harris Interactive wurde das Virus auf den letzten Platz der Prioritäten der Franzosen verwiesen, weit hinter der Kaufkraft und der Ökologie.

Die Anzeichen für diese "Entspannung" sind in Hexagon nicht zu übersehen. Nach sieben Ansteckungswellen sind die Franzosen - die früher sehr wachsam und vorsichtig waren - gleichgültiger geworden. Der inzwischen günstige epidemiologische Kontext verleitet zweifellos viele dazu, das Virus zu banalisieren und zu glauben, dass die Gefahr gebannt ist.

Wie sehen die Zahlen aus? Die Zahl der Ansteckungen ist auf einem Tiefpunkt angelangt - fast 16.000 neue Fälle täglich - und es gibt keine neue Variante, die den Stamm BA.5, der die siebte Infektionswelle in Frankreich ausgelöst hat, ablösen könnte.

https://twitter.com/nicolasberrod/status/1567422445778309121

Derzeit befinden sich fast 780 Patienten, die mit Covid-19 infiziert sind, auf einer Intensivstation: In Frankreich wurde eine so niedrige Zahl seit März 2020 nicht mehr gesehen. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass das Risiko, eine schwere Form der Krankheit zu entwickeln, heute geringer ist, was zum einen auf die Impfung, zum anderen aber auch auf eine natürliche Immunität durch "Durchseuchung" zurückzuführen ist.

Infolgedessen lassen die Franzosen ihre Wachsamkeit immer mehr beiseite: Verzicht auf Schutzmaßnahmen, weniger Testungen, wenig beachtete Impfkampagnen… In dieser Flaute scheinen selbst die Gesundheitsbehörden nicht mehr die mahnende Strenge der ersten Monate der Pandemie an den Tag zu legen. Vor drei Wochen kündigten François Braun, Minister für Gesundheit und Prävention, und Sylvie Retailleau, Ministerin für Hochschulbildung und Forschung, die Gründung eines Komitees für die Überwachung und Antizipation von Gesundheitsrisiken an. Die Zusammensetzung dieses Gremiums, dessen Vorsitzende die Immunologin Brigitte Autran ist, ist heute immer noch nicht bekannt…

Ein epidemisches Wiederaufflammen im Winter?
Dennoch ist es schwierig, einfach zu behaupten, dass Frankreich es geschafft hat, "mit dem Virus zu leben". Covid-19 tötet auch in Frankreich immer noch Menschen: Jeden Tag werden zwischen 80 und 100 Todesfälle registriert, die mit der Krankheit in Verbindung stehen. Auch wenn sich Frankreich und mehrere andere europäische Länder in diesem Herbst einer gewissen Ruhe erfreuen, befürchten die Gesundheitsbehörden, dass die Epidemie im Herbst mit voller Wucht wieder aufflammen könnte.

"Mit dem Herannahen des kälteren Wetters in der nördlichen Hemisphäre ist es logisch, in den kommenden Monaten mit einem Anstieg der Krankenhauseinweisungen und Todesfälle zu rechnen", befürchtet Dr. Tedros Ghebreyesus, Direktor der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Untervarianten von Omikron sind übertragbarer als ihre Vorgänger, und das Risiko von noch übertragbareren und gefährlicheren Varianten bleibt bestehen. In der Zwischenzeit ist die Durchimpfungsrate unter den am stärksten gefährdeten Personen immer noch zu niedrig, insbesondere in Ländern mit niedrigem Einkommen.

In einer am Freitag, dem 2. September veröffentlichten Erklärung fordert die Europäische Kommission die Staats- und Regierungschefs der EU daher auf, "sich auf den Herbst und den Winter vorzubereiten", indem sie "koordinierte" Maßnahmen ergreifen.

https://twitter.com/UEFrance/status/1565714585784664067

Die Europäische Kommission befürwortet u. a. eine Verstärkung der Impfkampagnen und eine mögliche Rückkehr der Maskenpflicht, zumindest in geschlossenen Räumen…

Nachrichten per E-Mail erhalten

Mit dem kostenlosen Mitgliedskonto von France Premium legen Sie fest, welche Hinweise Sie per E-Mail bekommen möchten: sofort bei wichtigen Meldungen oder als ruhige Tageszusammenfassung.

  • News und Tageszeitung nach Ihren Interessen
  • Wetter- und Verkehrshinweise für gewählte Regionen
  • Fußball-Liveereignisse zu ausgewählten Teams
  • Rezepte, Kultur, Veranstaltungen und Premium-Hinweise
Newsletter bestellen

Die Anmeldung ist kostenlos. Sie können Ihre Auswahl jederzeit im Mitgliedskonto ändern oder abbestellen.