Covid-19: Kann man sich draußen anstecken?

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Im Freien ist das Risiko einer Ansteckung etwa 10 Mal geringer als in geschlossenen Räumen.

In Frankreich gilt ab Samstag eine neuer landesweiter Lockdown, jedoch ohne Ausgangsbescheinigungen, außer bei Reisen über 10 km. Der Staatschef will den Franzosen Luft zum Atmen lassen. Aber können wir auch angesteckt werden, wenn wir draußen sind?

Die Verdünnung von Covid-19 in der Luft, Wind, Feuchtigkeit und UV-Strahlen zerstören das Virus schneller. Eine Ansteckung im Freien ist daher selten, aber nicht ausgeschlossen. Das wurde im vergangenen Jahr sogar wissenschaftlich dokumentiert, und zwar in einer chinesischen Studie, die die Kontakte von mehreren tausend Coronavirus-Patienten nachverfolgt hatte. Nur einer von ihnen hatte sich bei einem Gespräch auf der Straße mit einem seiner Bekannten, der aus Wuhan zurückkehrte, infiziert.

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Seitdem sind weitere Fälle gemeldet worden. Insbesondere wurden 260 Teenager während eines Campingausflugs in Georgia in den Vereinigten Staaten im letzten Sommer infiziert. Sie hatten gesungen und Mahlzeiten am Lagerfeuer ohne Masken eingenommen.

Fast 19-mal geringeres Ansteckungsrisiko im Freien
Die Konzentration von Luft- und Viruspartikeln in einem Raum erhöht natürlich das Risiko einer Ansteckung. Laut einer Studie des japanischen Gesundheitsministeriums ist es fast 19 (18,7) Mal weniger wahrscheinlich, sich im Freien zu infizieren. Das heißt aber nicht, dass es unmöglich ist. Wenn Sie niesen, verteilen Sie Aerosole bis zu 6-8 Meter weit. Bei einer Versammlung, bei der Menschen ohne Masken anwesend sind, sogar im Freien, besteht dabei eine gewisse Ansteckungsgefahr. Danach kommt es auf die Viruslast in den Aerosolen an und auch auf die Gesten: Haben wir aus der gleichen Packung Chips gegriffen? Haben wir aus der gleichen Flasche getrunken? All dies macht es möglich, sich auch im Freien anzustecken.

Epidemiologen der Universität von Kalifornien in San Francisco haben im letzten Monat alle Studien zu diesem Thema überprüft und schätzen, dass die Kontamination im Freien weniger als 10% der Fälle ausmacht. 5% traten aufgrund von sportlichen Aktivitäten oder Picknicks auf. Dies ist zum Beispiel bei etwa zwanzig Personen der Fall, die sich mit mehreren Familien in einem Park in Münster, Deutschland, aufhielten.

Ein Testfestival in Saint-Malo
Ein europäisches Forscherteam auf dem Gebiet der Strömungsmechanik hat die Aerosolprojektion einer Person simuliert, die beim Laufen, Gehen oder Radfahren ventiliert. Sie schätzen, dass man 5 Meter von einer gehenden Person, 10 Meter von einem Jogger und 20 Meter von einem Radfahrer entfernt sein müsste, um nicht besprüht zu werden.

Europäische Gesundheitsexperten empfehlen weiterhin einen Abstand von 1,5 m zwischen den Menschen. Der französische Epidemiologe Pascal Crepey knüpft hohe Erwartungen an das Testfestival in Saint-Malo, das im Mai mit 2.000 Menschen im Freien stattfinden soll. Die Veranstaltung wird es ermöglichen, mehr Informationen über das Ansteckungsrisiko zu sammeln, bei Versammlungen, wie man sie an den Kais von Paris, Lyon oder Toulouse gesehen hat.

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