Frankreich und Deutschland vereinbaren schärfere Grenzkontrollen aus Angst vor Covid-Varianten

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Französische und deutsche Polizisten sollen verstärkte Kontrollen in den Grenzgebieten durchführen, um die Zahl der Infektionen mit den neuen Coronavirus Mutationen einzudämmen. (Foto: JEAN-CHRISTOPHE VERHAEGEN / AFP)

Frankreich und Deutschland haben sich auf verschärfte Grenzkontrollen geeinigt, doch vorerst bleibt die Grenze offen, obwohl man in Deutschland die Ausbreitung von Covid-Virusvarianten aus dem französischen Departement Moselle befürchtet.

Deutsche Politiker haben letzte Woche die Möglichkeit angesprochen, die Grenze komplett zu schließen, nachdem ein “Hotspot” von Fällen der südafrikanischen und brasilianischen Variante des Virus im französischen Grenzgebiet Moselle aufgetreten war. Der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Steffen Seibert, sagte, Deutschland befinde sich in einer Situation, “in der wir alles tun müssen, um zu verhindern, dass sich aggressivere Mutationen des Virus in Deutschland so schnell ausbreiten, wie sie es anderswo getan haben”.

Nach Gesprächen zwischen den beiden Ländern und auf europäischer Ebene wurde ein neues Paket mit schärferen Kontrollen eingeführt, aber die Grenze wird noch offen gehalten.

In einer gemeinsamen Presseerklärung des französischen Gesundheitsministers Olivier Véran und des Europaministers Clément Beaune heißt es: “Auf beiden Seiten der Grenze teilen wir das Ziel, die Freizügigkeit zu erhalten und den Grenzgängern zu ermöglichen, ihre berufliche Tätigkeit fortzusetzen.”

Obwohl Reisen zwischen Frankreich und Deutschland prinzipiell jederzeit und aus jedem Grund erlaubt sind, erfordert die Einreise nach Frankreich einen negativen Covid-Test und eine Erklärung, symptomfrei zu sein. Es hatte einige Ausnahmen von der Testpflicht gegeben, aber diese wurden nun eingeschränkt.

Die folgenden zusätzlichen Maßnahmen werden nun ab Montag, dem 1. März, eingeführt, um nach Frankreich einzureisen:
Nur Grenzgänger sind von der Testpflicht befreit, alle anderen (auch Personen, die im Umkreis von 30 km von der Grenze wohnen und bisher befreit waren) müssen an der Grenze einen negativen Covid-Test vorlegen, der innerhalb der letzten 72 Stunden durchgeführt wurde. Es werden nur noch PCR-Tests akzeptiert.
Die Telearbeit für Grenzgänger wird verstärkt, um die Zahl der Reisenden zu reduzieren
Grenzgänger müssen stattdessen wöchentlich einen Covid-Test vorlegen. Es werden nur noch PCR-Tests akzeptiert.
Für die Einreise aus Frankreich nach Deutschland ist ein PCR-Test erforderlich, der nicht älter als 48 Stunden ist. Allerdings werden in einigen Fällen Ausnahmen gemacht, unter anderem für Grenzgänger und Pendler.

Seit dem 9. Januar hat Deutschland Frankreich als Risikogebiet eingestuft.

Sowohl die französische als auch die deutsche Polizei werden die Kontrollen an der Grenze verstärken, und die neuen Testanforderungen gelten für die Einreise per Straße, Schiene und Flugzeug.

Die Test- und Screening-Kapazitäten wurden in Frankreich stark aufgestockt (mehr als 60.000 Tests wurden in der letzten Woche durchgeführt), um die Ausbreitung des Virus zu stoppen und die Ausbreitung von Varianten besser zu erkennen. Die Strategie zur Identifizierung von Kontakt- und Isolationsfällen wurde ebenfalls verstärkt (mit der Verlängerung der Selbstisolierungsperiode von 7 auf 10 Tage) und die Impfkampagne wurde mit 30.000 zusätzlichen Dosen für das Department beschleunigt.

Beide Länder wollen die Situation weiter beobachten.


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