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Die investigative Online-Zeitung Mediapart behauptet, dass der derzeitige Innenminister beim Rekordtransfer des Star-Fußballers Neymar im Jahr 2017, als er noch Minister für öffentliche Finanzen war, gegen die Finanzverwaltung zu Gunsten des Vereins PSG interveniert habe.

Die investigative Webseite Mediapart enthüllte in einer am Donnerstag, dem 4. Januar, veröffentlichten Reportage, dass der derzeitige Innenminister Gérald Darmanin zum Zeitpunkt des Transfers des brasilianischen Fußball-Stars Neymar zum PSG im Jahr 2017, als er noch Minister für öffentliche Finanzen war, interveniert haben soll, damit der Pariser Verein „entgegen der Auffassung der Finanzverwaltung“ nicht mehrere Millionen Euro Steuern auf diese Transaktion zahlen musste.



Am 3. August 2017 wechselte der Brasilianer für die Rekordsumme von 222 Millionen Euro vom FC Barcelona zum PSG und war damit der bisher teuerste Transfer in der Geschichte des Fußballs. Dieser Transfer kam auf besondere Weise zustande, da der Verein Paris Saint-Germain die 222 Millionen Euro zunächst direkt an den Spieler zahlte, der sie dann wegen seiner Ausstiegsklausel an den spanischen Verein zahlen musste, um nach Paris wechseln zu können.

Zwischen 67 und 224 Millionen Steuern waren auf den Transfer vorgesehen.
Mediapart behauptet, dass diese Transaktion ein steuerliches Problem darstellte, mit „dem Risiko, dass diese Zahlung in Frankreich der Einkommenssteuer unterliegt, aber vor allem den Sozialabgaben, die die Sozialversicherung finanzieren, wie jede andere Vergütung auch“. Nach den Berechnungen der damaligen Anwälte von Paris Saint-Germain könnten „das Finanzamt und die Urssaf (die Einrichtung, die die Sozialbeiträge einzieht) zwischen 67 und 224 Millionen Euro“ aus dieser Transaktion fordern, schreibt Mediapart. Eine Summe, die der Verein nur ungern zahlen wollte.

Mediapart behauptet nun, dass der damalige Minister für öffentliche Finazen, Gérald Darmanin, und sein Kabinettschef auf entsprechende Weise interveniert haben. „Dem Verein gelang es in nur vier Tagen, das steuerliche Risiko vollständig zu beseitigen und keine Steuern zu zahlen, dank einer Gunst, die der damalige Minister für öffentliche Finanzen Gérald Darmanin gewährte“, behauptet Mediapart.

Dem PSG wurden „Wege“ vorgeschlagen, um Sozialabgaben zu umgehen“.
Der damalige Kabinettschef von Gérald Darmanin, Jérôme Fournel, habe dem PSG „Wege vorgeschlagen, um die Sozialversicherungsbeiträge zu umgehen“, heißt es in dem Bericht weiter. Fournel, der inzwischen Leiter der Steuerbehörde, ist, soll mit dem Generaldirektor des PSG, Jean-Claude Blanc, in Kontakt getreten sein und behauptet haben, dass die „Ausstiegsklausel“ im französischen Recht nicht existiere. Es gebe daher „keine ausdrücklichen oder unanfechtbaren rechtlichen Regeln“ und es sei nicht möglich, „zu 100 %“ vorherzusagen, ob die Verwaltung sich für eine Besteuerung entscheiden werde oder nicht, gibt Medipart die E-Mail wieder, die Jérôme Fournel an Jean-Claude Blanc geschickt hat.

Laut Mediapart erhielt der PSG einige Tage vor der offiziellen Bekanntgabe des Transfers von Neymar „zwei Steuerbescheide des Finanzamts und der Urssaf der Île-de-France, die dem Verein mitteilen, dass im Zusammenhang mit der Ausstiegsklausel von Neymar weder Steuern noch Sozialabgaben zu entrichten sind“.

Gérald Darmanin und sein ehemaliger Kabinettschef Jérôme Fournel reagierten nicht auf Anfragen von Mediapart.


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