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Alle Artikel · 05.11.2024 11:04

Michelin schließt Werke in Vannes und Cholet: 1.250 Arbeitsplätze betroffen

Der französische Reifenhersteller Michelin wird seine Werke in Cholet und Vannes bis spätestens 2026 schließen und damit 1.254 Arbeitsplätze streichen. Diese Entscheidung kommt in einer Zeit, in der die europäische Wettbewerbsfähigkeit auf dem Prüfstand...

Der französische Reifenhersteller Michelin wird seine Werke in Cholet und Vannes bis spätestens 2026 schließen und damit 1.254 Arbeitsplätze streichen. Diese Entscheidung kommt in einer Zeit, in der die europäische Wettbewerbsfähigkeit auf dem Prüfstand steht – und in der der asiatische Wettbewerb den Markt für Reifen für Nutzfahrzeuge zunehmend dominiert.

Florent Menegaux, der CEO des Unternehmens, erklärte in einem Interview: „Es ist der Zusammenbruch der Nachfrage, der zu dieser Entscheidung geführt hat.“ Dabei versicherte er gleichzeitig: „Wir lassen niemanden zurück.“ Michelin werde alles daran setzen, dass jeder betroffene Mitarbeiter Unterstützung erhalte.

Warum die Schließungen „unumgänglich“ wurden

Michelin hat im Laufe der letzten Jahre mit einem anhaltenden Rückgang der Nachfrage zu kämpfen, besonders in den Bereichen, die in den betroffenen Werken in Frankreich bedient werden. In Cholet (Maine-et-Loire) produzieren rund 955 Mitarbeiter vor allem kleinere Reifen für Transporter und leichte Nutzfahrzeuge – ein Marktsegment, das seit Jahren in Europa unter Druck steht. Die Nachfrage für solche Reifen ist drastisch gesunken, und laut Michelin gibt es „keine Aussicht auf eine Verbesserung“.

Ähnlich sieht es am Standort Vannes (Morbihan) aus. Dort fertigen 299 Beschäftigte Metallkabel für Reifen, die später in Spanien und Italien weiterverarbeitet werden. Auch hier sank die Nachfrage stetig, vor allem wegen des rückläufigen Bedarfs der europäischen Michelin-Werke für Lkw-Reifen.

Das Unternehmen erklärt, dass diese Werksschließungen nicht nur auf die abnehmende Nachfrage zurückzuführen sind, sondern auch auf den erheblich gestiegenen Wettbewerbsdruck aus Asien. Hersteller aus Fernost dominieren zunehmend den Markt für Nutzfahrzeugreifen, und die Preisstruktur dieser Importe ist schwer zu schlagen. Ein zusätzlicher Faktor: Die „abnehmende Wettbewerbsfähigkeit Europas“, wie es Michelin beschreibt. Die Produktion in Europa wird also zunehmend teurer, was nicht nur Michelin, sondern auch viele andere Unternehmen der Branche betrifft.

Unterstützung und Lösungen für betroffene Mitarbeiter

Michelin ist sich der Tragweite dieser Schließungen bewusst und hat zugesichert, dass alle betroffenen Mitarbeiter mit „maßgeschneiderten Lösungen“ unterstützt werden. Das Unternehmen plant, Angestellte in andere Standorte zu vermitteln – entweder innerhalb der Gruppe oder durch Angebote von externen Partnerunternehmen. Auch freiwillige Vorruhestandsregelungen sind im Gespräch, um sozialverträgliche Abgänge zu ermöglichen.

Ein Symbol für die Krise der europäischen Automobilindustrie?

Die Schließungen in Cholet und Vannes sind ein weiteres Beispiel für die derzeitigen Herausforderungen in der europäischen Automobilindustrie. Hohe Produktionskosten, die strenge Regulierung und die günstigen Angebote asiatischer Konkurrenten setzen die europäischen Hersteller unter Druck. Michelin ist hier nur einer von vielen Betroffenen, doch die Entscheidung, zwei bedeutende Werke zu schließen, unterstreicht die schwierige Lage, in der sich die Branche befindet.

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