Sanofi startet Großstudie für Covid-19-Impfstoff

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Das französische Unternehmen Sanofi hat einen wichtigen Schritt in seinem Covid-19-Impfstoffprojekt gemacht. Nach mehrmonatiger Verzögerung beginnt die Gruppe nun mit Großversuchen, dem letzten Schritt vor der für Ende des Jahres versprochenen Markteinführung.

Phase-3-Studien für Sanofi.

Der französische Pharmariese hat einen wichtigen Meilenstein in seinem Covid-19-Impfstoffprojekt erreicht und gab am Donnerstag, den 27. Mai, den Start von groß angelegten Studien bekannt. Nach monatelanger Verzögerung ist dies der letzte Schritt vor dem Start, der für Ende 2021 geplant ist.

Sanofi und die britische GSK “beginnen eine internationale Studie der Phase 3, um die Wirksamkeit ihres Impfstoffkandidaten gegen Covid-19 zu bewerten”, so heute in einer Erklärung der französischen Pharma-Gruppe, zehn Tage nach der Ankündigung von ermutigenden Ergebnissen am Ende der ersten Versuche. Diese Versuche, die an einigen hundert Personen durchgeführt wurden, zeigten, dass dieser Impfstoff bei den meisten Probanden, denen er injiziert wurde, die Produktion von Antikörpern gegen das Coronavirus bewirkt.

Aber es sind die an diesem Donnerstag angekündigten Tests, die einen wirklichen Aufschluss über die Wirksamkeit dieses Impfstoffs geben müssen. Sie werden an 35.000 Personen in mehreren Ländern, einschließlich der Vereinigten Staaten, durchgeführt.

Das Ziel von Sanofi: eine Markteinführung Ende 2021. Nach diesem Zeitplan würde der französische Konzern sein Produkt schlussendlich fast ein Jahr nach den ersten zugelassenen Covid-19-Impfstoffen auf den Markt bringen.

Die Verspätung von Sanofi war auf Probleme bei der Entwicklung des Impfstoffs zurückzuführen, wodurch eine mehrmonatige verzögerung eintrat.

Der Rückschlag sorgte für Kontroversen in Frankreich, wo es bisher weder der öffentlichen noch der privaten Forschung gelungen ist, einen zugelassenen Impfstoff gegen Covid auf den Markt zu bringen.

“Wir haben unsere Impfstoffentwicklungsstrategie angepasst, um die ständige Weiterentwicklung des Virus zu berücksichtigen und die Bedürfnisse zu antizipieren, die nach der Pandemie entstehen werden”, sagte Thomas Triomphe, Vizepräsident von Sanofi, in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung.

Der Hersteller will nun auf zwei Ebenen agieren. Zunächst wird er eine aktualisierte Form seines Impfstoffs gegen die so genannte südafrikanische Variante des Virus testen, eine der wichtigsten neuen Stämme, die in den letzten Monaten aufgetaucht sind.

Zweitens wird Sanofi auch prüfen, ob sein Produkt als Auffrischungsdosis nach einem anderen Impfstoff funktioniert, eine Möglichkeit, sich in Impfkampagnen zu integrieren, die angesichts von Virusmutationen wahrscheinlich regelmäßig stattfinden werden.

Wie die wichtigsten derzeit im Umlauf befindlichen Impfstoffe, mit der bemerkenswerten Ausnahme von Johnson & Johnson, erfordert auch der Impfstoff von Sanofi die Injektion von zwei aufeinanderfolgenden Dosen.

Außerdem handelt es sich um einen “rekombinanten Protein-Impfstoff”, eine andere Technologie als alle derzeit verfügbaren Impfstoffe. Diese Technologie ist auch diejenige, die die amerikanische Firma Novavax in ihrem Impfstoffprojekt einsetzt.

Sanofi arbeitet zusätzlich auch an einem Boten-RNA-Impfstoff, ähnlich denen von Pfizer und Moderna. Letzteres befindet sich jedoch derzeit in einem weniger fortgeschrittenen Stadium als das rekombinante Proteinprojekt.

Nicht zu vergessen: Sanofi hat auch Vereinbarungen mit anderen Herstellern – BioNTech/Pfizer, Johnson & Johnson und Moderna – getroffen, um ihnen bei der Abfüllung ihrer Impfstoffe zu helfen.


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