Coronavirus: eine Woche nach Beginn des Lockdowns – wie ist die gesundheitliche Situation in Frankreich?

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Die Franzosen befinden sich seit einer Woche in einem erneuten Lockdown. Ziel: die Ausbreitung des Virus so gut wie möglich zu stoppen. Die Gesundheitsbehörden behalten mehrere Indikatoren im Auge, um zu sehen, ob die auferlegten Beschränkungen dazu beitragen werden, den Trend umzukehren.

Es ist nun schon eine Woche her, dass Frankreich wieder einmal in den Lockdown versetzt wurde, und für Gesundheitsminister Olivier Véran ist die Zeit gekommen, die Dinge wieder ins rechte Licht zu rücken. Wenn das Ziel darin besteht, die Zirkulation des Virus auf dem nationalen Territorium zu stoppen, sind die Auswirkungen dieses (im Vergleich zum letzten Frühjahr weniger strengen) Lockdowns nach wie vor schwer zu beobachten. “Wir werden die Auswirkungen der Eindämmung wahrscheinlich erst in zehn Tagen sehen”, sagte Philippe Juvin, der Leiter der Notaufnahme des Krankenhauses von Pompidou auf dem CNews-Plateau.

Für diesen zweiten Lockdown haben sich die französischen Behörden mehrere Ziele gesetzt. Daher wird eine Reihe von Indikatoren untersucht.

Überweisungen auf Intensivstationen
Dies ist einer der Schlüsselindikatoren dieser zweiten Welle. Auf nationaler Ebene befanden sich am Mittwochabend mehr als 4.000 Covid-19-Patienten auf der Intensivstation, wobei die Kapazität von 5.000 auf 6.400 Betten erhöht wurde. Nach Angaben der Regierung dürfte diese Zahl bald über 7.500 liegen, wobei die nächste Stufe auf 10.500 festgelegt wird. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind derzeit 85% der Betten auf den Intensivstationen belegt.

Ist dieser Indikator durch diese erste Woche der Eindämmung beeinflusst worden? Vor zwei Wochen, genauer gesagt am 22. Oktober, 45,7% waren der Zimmer auf Intensivstationen belegt. In der Woche vor dem Lockdown stieg diese Rate um 31%. Am 29. Oktober lag die Belegungsrate bei 62,2%. Sie ist nach Einführung ds Lockdowns in einer Woche um 29% gestiegen, die Verlangsamung ist zu diesem Zeitpunkt noch minimal.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind an diesem Donnerstag, dem 5. November, 83,5% der Intensivbetten belegt: die Zahl der Überweisungen in die Intensivstationen nimmt ständig zu. Innerhalb von 24 Stunden wurden in Frankreich nicht weniger als 447 weitere Personen auf Intensivstationen eingewiesen.

Neue Kontaminationen und Todesfälle
Es ist wieder ein Rekord: An diesem Donnerstag, dem 5. November, wurden in Frankreich innerhalb von 24 Stunden nicht weniger als 58.046 Personen positiv auf Covid-19 getestet. Dies ist ein wichtiger Indikator, der es den Gesundheitsbehörden ermöglicht, die Zirkulation des Virus in Frankreich zu messen. Auf dieser Ebene wird auch ein zweiter Indikator hervorgehoben: die effektive Reproduktionsrate des Virus. Wenn dieser Wert höher als 1 ist, bedeutet dies, dass das Virus auf dem Territorium besonders aktiv ist.

Diesen Donnerstag berichtete der Generaldirektor für Gesundheit, Jerome Salomon, über eine effektive Reproduktionsrate von 1,14, während sie unter 1 liegen sollte. “Wir müssen die Zahl der Infizierten, die Zahl der Menschen, die ins Krankenhaus kommen, reduzieren und das R unter 1 senken”, sagt er.

Ist dieser Indikator durch diese erste Woche des Lockdowns beeinflusst worden? Bislang nicht so sehr. Das Ziel der Regierung: sicherzustellen, dass die Zahl neuer Ansteckungen wieder unter eine Obergrenze von 5.000 pro Tag fällt.

Was die täglich in den Krankenhäusern beklagten Todesfälle betrifft, ist die Situation ähnlich. Vom 22. bis 28. Oktober wurden in Frankreich durchschnittlich nicht weniger als 214 Todesfälle pro Tag gemeldet. Während dieser ersten Woche des Lockdowns stieg dieser Durchschnitt auf 311.

Wir werden noch warten müssen, um die ersten Auswirkungen des Lockdowns in Frankreich beobachten zu können. Zunächst wird es darum gehen, neue Krankenhausaufenthalte, Einweisungen auf Intensivstationen und die Positivitätsrate der Covid-19-Tests zu untersuchen, die heute bei 20,76% liegt.


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