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Alle Artikel · 22.12.2021 10:27

Covid-19: Angesichts von Omikron bald wieder Ausgangssperren und Lockdowns?

Angesichts der extremen Virulenz der Omikron-Variante, die in mehreren Ländern, darunter den USA, bereits die Mehrheit der Ansteckungen ausmacht, verstärken viele Länder ihre Gesundheitsmaßnahmen und verordnen in einigen Fällen sogar wieder Ausgangssperren oder Teil-Lockdowns....

Angesichts der extremen Virulenz der Omikron-Variante, die in mehreren Ländern, darunter den USA, bereits die Mehrheit der Ansteckungen ausmacht, verstärken viele Länder ihre Gesundheitsmaßnahmen und verordnen in einigen Fällen sogar wieder Ausgangssperren oder Teil-Lockdowns. In Frankreich empfing der Premierminister gestern die verschiedenen politischen Gruppierungen zu Beratungen.

Mehr als eine Welle, einen "Tsunami" nannte es die schottische Premierministerin Nicola Sturgeon kürzlich: Die Omikron-Variante überrollt die Welt mit einer bisher nicht gekannten Wucht. Die Ende November in Südafrika identifizierte Variante B.1.1.529 wurde laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen schon in 89 Ländern nachgewiesen. Die WHO schätzt, dass sich die Omikron-Fälle alle 1,5 bis 3 Tage verdoppeln.

Omikron machte in der Woche bis zum 18. Dezember 73,2% der neuen Covid-19-Infektionen in den USA aus, wie aus Daten der US-Gesundheitsbehörden von Montagabend hervorgeht. In der Vorwoche waren es nur 12,6%. In Europa, wo die Länder mit der fünften Welle der durch die Delta-Variante verursachten Epidemie zu kämpfen haben, erscheint Omikron wie eine Welle in der Welle: Während die Delta-Welle allmählich abflaut, übernimmt Omikron die Führung und beunruhigt die Staaten in höchstem Maße. Manche sehen sich gezwungen, neue restriktive Maßnahmen zu ergreifen und manchmal wieder zu Ausgangssperren und Teil-Lockdowns zu greifen.

Seit Sonntag haben die Niederlande einen Lockdown beschlossen, und zwar für die Zeit der Weihnachtsfeiertage. Die Tschechische Republik und die Slowakei kündigten am Donnerstag ebenfalls eine Verschärfung ihrer Gesundheitsmaßnahmen an, indem sie den Zugang zu bestimmten Orten oder Veranstaltungen einschränkten. In der Tschechischen Republik haben seit Montag nur noch Personen, die gegen Covid-19 geimpft sind oder sich davon erholt haben, Zugang zu Restaurants, Hotels etc. Dasselbe gilt für die Slowakei, wo Premierminister Eduard Heger einen "Lockdown für Ungeimpfte" ankündigte.

In Österreich wurde zwischen dem 22. November und dem 12. Dezember ein allgemeinr Lockdown verhängt; er wird seither für nicht Geimpfte fortgesetzt. Die Bundesländer Oberösterreich und Salzburg planen lokale Lockdowns. Eine Entscheidung, die auch die benachbarten deutschen Bundesländer treffen könnten. Bisher plant Deutschland jedoch nicht, als unwichtig erachtete Geschäfte, Kinos oder Restaurants zu schließen, solange es als ausreichend erachtet wird, den Zugang zu ihnen auf geimpfte oder geheilte Personen zu beschränken.

Nun aber bereitet sich die Regierung von Olaf Scholz darauf vor, die Gesundheitsbeschränkungen noch vor Neujahr zu verschärfen. Das wurde gestern bei einem Krisentreffen zwischen der Regierung und den 16 deutschen Bundesländern besprochen. Ab dem 28. Dezember dürfen geimpfte oder genesene Personen nicht mehr als 10 Gäste, ausgenommen sind Kinder unter 14 Jahren, bei sich zu Hause empfangen und auch nur unter der Bedingung, dass alle geimpft sind. Nicht geimpfte Personen dürfen nur maximal zwei Personen aus einem anderen Haushalt einladen. Sportveranstaltungen wie Fußballspiele der Bundesliga werden ab dem 28. Dezember bis auf weiteres "ohne Zuschauer" stattfinden, ebenso wie kulturelle Veranstaltungen und Konzerte. Diskotheken und Tanzclubs werden geschlossen.

Im Vereinigten Königreich, wo die Epidemie bis Januar zu 6.000 Todesfällen und über 2 Millionen Ansteckungen pro Tag führen könnte, setzt Boris Johnson die dritte Impfdosis. In Spanien wird Katalonien, die bevölkerungsreichste Region, wieder eine Ausgangssperre verhängen, und in Italien gilt der Gesundheitspass auch am Arbeitsplatz.

In den USA, die mit über 807.000 Covid-19-Toten in absoluten Zahlen das Land mit den meisten Todesopfern weltweit sind, hat Präsident Joe Biden gestern neue Maßnahmen angekündigt, um die exponentiell ansteigenden Ansteckungszahlen zu bremsen. Zwar ist kein Lockdown vorgesehen, doch will das Weiße Haus "die Risiken für nicht geimpfte Personen" stärker hervorheben und setzt auf Massenscreenings. Die US-Behörden werden 500 Millionen kostenlose Tests verteilen, medizinische Notfallteams in überfüllte Krankenhäuser entsenden und neue Betten aufstellen.

Diese allgemeine Rückkehr zu restriktiven Maßnahmen zur Eindämmung von Omikron wird von der WHO unterstützt, die dazu aufruft, Covid im nächsten Jahr zu beenden, "indem sichergestellt wird, dass 70% der Bevölkerung jedes Landes bis Mitte 2022 geimpft sind".

Lesen Sie auch: Covid-19: WHO ruft angesichts der beispiellosen Ausbreitung von Omikron zur Mobilisierung auf

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