Covid-19: Ausgangssperren, Restaurants, Skigebiete, Impfungen… welche Ankündigungen wird die Regierung heute Abend machen?

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Diesen Donnerstag wird die Regierung die Gesundheitssituation in Frankreich veröffentlichen. Außerdem wird erwartet, dass die Exekutive über ihre Impfstrategie und über neue Restriktionsmaßnahmen berichtet. Ein Überblick über die Informationen, die bereits durchgesickert sind, und die Unsicherheiten, die noch bestehen.

Die Zeit für die “Revisionsklausel”, wie Jean Castex sie selbst nannte, ist gekommen. Am Abend des Donnerstag, 7. Januar, dem Tag nach einem neuen Verteidigungsrat, wird der Premierminister zusammen mit Gesundheitsminister Olivier Véran, um 18 Uhr eine Pressekonferenz abhalten. Ziel ist eine Bestandsaufnahme der Gesundheitssituation in Frankreich nach den Festtagen. Im Durchschnitt gibt es jetzt mehr als 15.000 Neuinfektionen pro Tag, weit entfernt von dem Ziel von 5.000 Fällen pro Tag. Neue Restriktionsmaßnahmen werden auf den Tisch kommen, während die Impfkampagne im Land begonnen hat.

Keine Wiederinbetriebnahme von Skiliften
Die französischen Skigebiete werden ihre Skilifte am Donnerstag, den 7. Januar, nicht wieder in Betrieb nehmen können, wie ursprünglich Ende November angekündigt. Nach Informationen von La Depeche haben die Fachleute des Sektors den von der Exekutive bei den Verhandlungen vorgeschlagenen Termin auf 20. Januar festgelegt.

Am Dienstagabend fand im Élysée-Palast ein Ministertreffen per Videokonferenz statt, um das Thema zu besprechen, aber die Verhandlungen mit den Fachleuten des Branche werden fortgesetzt. Es konnte ein Kompromiss von einigen Tagen gefunden werden. Eine Sektorisierung der Skilift-Wiedereröffnungen nach Ski-Gebieten oder Departements wäre ebenfalls eine Möglichkeit.

Kultureinrichtungen und Sporthallen: Wiedereröffnung verschoben
Gabriel Attal, Sprecher des Élysée, kündigte es bereits letzte Woche an: Die ursprünglich für diesen Donnerstag geplante Wiedereröffnung der Kulturstätten wird “nicht möglich sein”. Es handelt sich um Museen, Kinos, Theater und um Konzertsäle. Das Gleiche gilt für die Sporthallen, die am 20. Januar wieder öffnen sollten. Ein neuer Termin für die Wiedereröffnung wurde vorerst nicht kommuniziert.

Restaurants und Bars tappen noch im Dunkeln
Am vergangenen Dienstag von Bruno Le Maire in Bercy empfangen, haben die Gastronomie-Profis mitgeteilt, dass sie nicht wie ursprünglich geplant am 20. Januar wieder öffnen können. Der Wirtschaftsminister “sagte, er sei sehr besorgt über die gesundheitliche Situation und erklärte, dass er uns keine Perspektiven geben könne”, so Didier Chenet von der Groupement national des Indépendants.

Die französische Strategie zur Beschleunigung der Impfung
Stark kritisiert für den langsamen Start der Kampagne, hat die Exekutive ihre nationale Strategie im Detail überprüft. Zum Abschluss des Ministerrats am Mittwoch kündigte Gabriel Attal die Eröffnung von 300 Impfzentren in der nächsten Woche an.

Weitere 500 Zentren werden in der darauffolgenden Woche ihre Türen öffnen. Von Olivier Véran wird auch erwartet, dass er die Erstellung einer Website erklärt, auf der sich jeder, der geimpft werden möchte, auf einer Warteliste eintragen kann.

Am Dienstagmorgen kündigte der Minister eine Beschleunigung der Impfkampagne in Frankreich an: Menschen über 75 Jahre, die zu Hause leben, können sich ab Ende Januar impfen lassen. Ihr Zugang zu dem Impfstoff war ursprünglich für später geplant. Auch Feuerwehrleute und Hauspflegehelfer über 50 Jahre werden früher als geplant Zugang zur Impfung haben.

Erweiterte Sperrzeit in anderen Abteilungen?
Letzte Woche kündigte die Regierung die Verlängerung der Ausgangssperre von 18 Uhr auf 6 Uhr morgens in 15 französischen Departements an. “Die Liste der Departements kann sich ändern”, sagte der Elysée-Sprecher am Mittwoch.

Andere Gebiete, in denen sich die gesundheitliche Situation verschlechtert haben soll, könnten somit weiteren restriktiven Maßnahmen unterworfen werden. Departements, in denen die Inzidenzrate 200 Fälle von Covid-19-Kontamination pro 100.000 Einwohner übersteigt, stehen im Fadenkreuz.

Heute befinden sich 19 Departements, hauptsächlich in Ost- und Zentralfrankreich, in dieser Situation: die Ardennen (285), Meurthe-et-Moselle (260), Moselle (237), Marne (208), Meuse (260), Haute-Marne (276), Vogesen (236), Haut-Rhin (226), Belfort (281), Haute-Saône (284), der Doubs (301), die Côte-d’Or (214), der Jura (332), der Cher (212), der Allier (228), die Hautes-Alpes (267), die Alpes-de-Haute-Provence (201), die Alpes-Maritimes (337) und die Bouches-du-Rhône (208).

Telearbeit: Rückkehr zur Präsenz-Arbeit?
An diesem Donnerstag könnte die Regierung einen ersten Schritt zur Rückkehr zur Normalität in französischen Unternehmen machen. Für Telearbeiter, die zu 100 % beschäftigt sind, ist das Ziel, die Rückkehr zur Arbeit vor Ort an mindestens einem Tag pro Woche zu erlauben. In der Praxis werden Telearbeiter einmal pro Woche in die Firma zurückkehren können, wenn sie “das Bedürfnis verspüren” und mit dem Einverständnis des Arbeitgebers. Diese minimale Lockerung der vollen Telearbeit erfolgt daher nur auf freiwilliger Basis durch den Arbeitnehmer, mit Zustimmung des Arbeitgebers.

Aufgrund der sich verschlechternden gesundheitlichen Rahmenbedingungen hat Arbeitsministerin Elisabeth Borne auch den Sozialpartnern, die gerade eine nationale Vereinbarung zur Telearbeit abgeschlossen haben, angedeutet, dass sie nicht wie geplant ab dem 20. Januar selbst eine Mindestanzahl von Arbeitstagen festlegen können.


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