Covid-19: Bald ein gegen alle Varianten wirksamer Impfstoff aus Frankreich?

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Das in Lyon ansässige Biotechnologie-Unternehmen Osivax arbeitet seit mehreren Jahren an einem universellen Grippeimpfstoff. Es plant nun, seine Arbeit auf Covid-19 auszuweiten, um auch dagegen einen solchen Impfstoff zu entwickeln.

Die Kampagne der Impfung gegen die Covid-19 nimmt eine neue Wendung an diesem Samstag 1. Mai mit der Öffnung für die mehr als 18 jährigen, die unter Vorerkrankungen leiden und ab 15. Juni für alle Erwachsenen. Aber die Vermehrung der Varianten, insbesondere die aus Indien stammende, die nun auch in Frankreich entdeckt wurde, macht Sorgen, ob die derzeit verfügbaren Impfstoffe ausreichen, um die Epidemie nachhaltig einzudämmen?

Wie das Grippevirus könnte auch das Covid-19-Virus, Sars-CoV-2, immer wieder in neuen Formen zurückkehren und neue Varianten entwickeln. Und das über viele Jahren. Um dieser Gefahr zu begegnen, arbeitet das Biotechnologie-Unternehmen Osivax jetzt an der Entwicklung eines universellen Impfstoffs gegen das Coronavirus.

Das in Lyon ansässige Unternehmen hat 2012 ein solches Projekt für Influenza gestartet, mit großen Fortschritten. Seit 2018 werden Phase-I-Studien durchgeführt, die das Ergebnis einer mehrjährigen Forschung sind. Dann die Phase II ab Dezember 2019, die allerdings dadurch gebremst wird, dass das Grippevirus durch Covid-19 fast nicht mehr zirkuliert.

Diese Unterbrechung der Arbeit an der Influenza wurde jedoch durch den Beginn Forschungsarbeit an Covid-19 kompensiert. Mit dem bisher erworbenen Know-how hofft Osivax, in weniger als einem Jahr mit der Erprobung eines Impfstoffs beginnen zu können, der gegen alle Varianten des Sars-CoV-2 wirksam ist. Die Vermarktung eines solchen Impfstoffs hängt natürlich von der Entwicklung der epidemischen Situation ab, könnte er sich in Zukunft als dringend notwendig erweisen. “Wenn wir in einem Jahr nicht zu viele Probleme mit den Varianten haben und die aktuellen Impfstoffe gut schützen, wird es 3-4 Jahre dauern, diesen Impfstoff zu entwickeln”, so der Präsident von Osivax gegenüber Ouest France.

Eine “zelluläre” Immunantwort anstelle von Antikörpern
Was ist der Unterschied zwischen einem Universalimpfstoff und herkömmlichen Impfstoffen? Antwort: Während die meisten Impfstoffe eine Immunreaktion mit Antikörpern hervorrufen, ist die Reaktion, die ein universeller Impfstoff hervorruft, eine zelluläre. Eine Innovation, die noch nicht ausführlich erprobt ist, die aber schon in bestimmten Fällen funktioniert hat, vor allem in vitro oder an Tieren und in einem Impfstoff gegen Gürtelrose (eine Viruserkrankung, die die Haut befällt).

Im Falle des Impfstoffs gegen das Coronavirus wäre das Ziel nicht mehr das “Spike-Protein”, gegen das sich die aktuellen Impfstoffe richten, das aber oft und schnell mutiert, sondern das Nukleokapsid, eine Einheit der Virusstruktur aus Nukleinsäuren und daran angehefteten Proteinen, in der sich das Genom, die RNA oder DNA befindet.

Osivax ist nicht das einzige Unternehmen, das an der Entwicklung eines solchen Impfstoffs arbeitet. Aber mit der Erfahrung der Arbeit an den Grippeviren ist Osivax mit der Entwicklung am weitesten fortgeschritten. Dies könnte die Verzögerungen bei der Impfstoffentwicklung des französischen Pharmaunternehmens Sanofi kompensieren…

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