Covid-19: Drei Szenarien werden vom Verteidigungsrat diskutiert, um die Epidemie einzudämmen

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Präsident Emmanuel Macron muss heute Abend wahrscheinlich neue Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Epidemie verkünden.

Emmanuel Macron wird am Mittwochabend um 20 Uhr eine Rede halten.

Emmanuel Macron hat am Mittwoch, 31. März, den Vorsitz bei einem neuen Verteidigungsrat im Elysee-Palast und um 20 Uhr wird eine TV-Ansprache des Präsidenten der Republik erwartet. Im Vorfeld der Rede werden drei Szenarien zur Eindämmung der Covid-19-Epidemie laut Informationen von Franceinfo untersucht. Diese drei Szenarien betreffen im Moment hauptsächlich die 19 bereits unter einem Lockdown stehenden Departements, aber auch andere Departements könnten künftig von diesen Maßnahmen betroffen sein werden.

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Tipp der Redaktion

Nach dem ersten Szenario ändert sich nichts an den Maßnahmen, aber um den Druck in den Krankenhäusern zu verringern, könnten Intensivärzte aus Regionen versetzt werden, die weniger von der Zirkulation des Virus betroffen sind. Weiteres Personal könnte auch für private Einrichtungen mobilisiert werden, wo noch etwa 2.000 Betten auf nationaler Ebene zur Verfügung stehen. Ein brisanterer Vorschlag wird ebenfalls geprüft: die Verlegung von Patienten ohne Zustimmung der Familien zwingend vorzuschreiben, aber den Angehörigen die Kosten für Unterkunft, Transport und teilweise Arbeitsausfall zu bezahlen. Schließlich soll die Impfung für Lehrer beschleunigt werden.

Die zweite Hypothese sieht die Schließung der Schulen vor. Diese Maßnahme würde auch zu einer Zunahme der Telearbeit mit mehr Kontrollen in den Unternehmen führen.

Schließlich das dritte Szenario: Eer “harte” Lockdown wie vor einem Jahr, mit geschlossenen Schulen und den bekannten Ausgangsbescheinigungen.

Um die neuen Maßnahmen anzukündigen, war eine Rede von Jean Castex oder Emmanuel Macron vorgesehen, aber es ist Emmanuel Macron, der um 20 Uhr sprechen wird: Das hat der Elysee am Mittwochmorgen bestätigt. “Wenn strenge Maßnahmen an der Schule ergriffen werden, muss das Staatsoberhaupt sie tragen”, sagt ein Berater. Die Schließung von Schulen war früher ein Tabu, das nur als letztes Mittel angefasst werden durfte. Wenn es nun doch Schliessungen geben wird, ist das ein Wechsel der Doktrin und ein logischer grund für eine Intervention des Staatsoberhauptes, wie an jedem Wendepunkt. Und angesichts der angestrengten Situation ist es jetzt wohl wieder einmal soweit.

Für die Regierung gilt es heute, das Für und Wider einer jeden Entscheidung, eines jeden Szenarios abzuwägen. Jean Castex war am Dienstagabend im Elysée-Palast, um mit dem Staatsoberhaupt darüber zu sprechen. Das Thema ist nicht nur sanitär, sondern natürlich auch politisch, immer unter dem Gesichtspunkt der Akzeptanz – sozial, wirtschaftlich, psychologisch – der Maßnahmen. Wir brauchen Entscheidungen, die respektiert werden, sonst hat es keinen Sinn. “Nichts zu tun, was die Schulen betrifft, ist auf Dauer nicht mehr vertretbar”, erklärt eine Quelle aus der Regierung, denn jeden Tag würde gezählt, wie viele Klassen geschlossen werden: Das ist in den Augen der Öffentlichkeit eine Katastrophe.

Welches Szenario wird eintreffen? Offiziell war die Entscheidung am Dienstagabend noch nicht gefallen. “Alles ist möglich”, so ein Berater.

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