Covid-19-Impfstoff: BioNTech will Produktion in Europa erhöhen

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Zum jetzigen Zeitpunkt hat nur der von BioNTech und Pfizer entwickelte Impfstoff eine Marktzulassung in der Europäischen Union erhalten. Um die hohe Nachfrage befriedigen zu können, wird das deutsche Unternehmen einen neuen Produktionsstandort früher als geplant in Betrieb nehmen.

Das deutsche Unternehmen BioNTech will die Produktion seines mit dem amerikanischen Partner Pfizer entwickelten Impfstoffs Covid-19 in Europa zügig steigern. Manager und Mitbegründer, Ugur Sahin, kündigte in einem Interview in der deutschen Wochenzeitung Der Spiegel, das am Freitag, dem 1. Januar veröffentlicht wurde, an, dass ein neuer Standort in Europa früher als geplant in Produktion gehen wird.

Die Impfkampagne begann am vergangenen Wochenende in den 27 EU-Ländern, die Ende Dezember grünes Licht für den Impfstoff von Pfizer-BioNTech gegeben hatten. Da zu diesem Zeitpunkt noch nicht genügend Impfstoff zur Verfügung stand, wurde generell Personen über 80 Jahren und pflegenden Angehörigen Priorität eingeräumt.

BioNTech plant, eine neue Produktionsanlage in Marburg im Februar in Betrieb zu nehmen, “viel früher als geplant”, sagte Sahin und fügte hinzu, dass der Standort voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2021 zusätzliche 250 Millionen Dosen liefern wird. Kürzlich meinte der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn, das “Ziel ist es, die Produktion um Februar oder März herum zu starten” in einer Anlage, die BioNTech vom Schweizer Pharmariesen Novartis erworben hat. Sie wird das belgische Werk in Puurs verstärken, wo Chargen für die EU produziert werden.

Laufende Verhandlungen mit Herstellern
BioNTech-Mitbegründerin Özlem Tureci, die auch die Ehefrau von Ugur Sahin ist, sagte dem Spiegel, dass das Unternehmen auch Verträge mit fünf Pharmaherstellern in Europa unterzeichnet hat, um die Produktion zu erhöhen. Verhandlungen mit anderen Fachfirmen seien im Gange, fügte sie hinzu.

“Bis Ende Januar sollten wir geklärt haben, was und wie viel wir noch produzieren können.” So Ugur Sahingegenüber der Wochenzeitung “Der Spiegel”.

Pfizer und BioNTech hatten am Dienstag die Lieferung von 300 Millionen Dosen ihres Impfstoffs in die Europäische Union bestätigt. Die EU hat eine Option zum Kauf von weiteren 100 Millionen in 2021 ausgeübt, zusätzlich zu den 200 Millionen Dosen, die ursprünglich in dem im November unterzeichneten Vertrag bestellt wurden.

Vor allem in Deutschland und Frankreich wächst die Kritik an der schleppenden Umsetzung der Impfkampagne in Europa. Ein Teil der Schwierigkeit liegt in der relativ geringen Anzahl von Kauf-Aufträgen für Impfstoffe, die von der EU für ihre 27 Mitgliedsländer erteilt wurden, wobei ein Vertrag erst im November unterzeichnet wurde, später als in anderen Ländern.

Neben dem Impfstoff von Pfizer/BioNTech haben Länder wie Großbritannien, Kanada und die Vereinigten Staaten auch Impfstoffe von Moderna oder Oxford/AstraZeneca zugelassen. Die EU könnte am 6. Januar, nach einer außerordentlichen Sitzung des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP), grünes Licht für den Impfstoffkandidaten von Moderna geben.


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