Covid-19: In Frankreich verlangsamt sich der Rückgang der Infektionen

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Nachdem das Land Terrassen, Geschäfte, Restaurants und viele öffentliche Plätze wieder geöffnet hat, verlangsamt sich der Rückgang der neuen Covid-19-Fälle. Die Gesundheitsbehörden hoffen, das Szenario eines “Hochplateaus”, wie es im letzten Herbst erlebt wurde, vermeiden zu können.

Im vergangenen Herbst hatte Staatschef Emmanuel Macron das Ziel ausgegeben, die Ansteckungen auf eine Obergrenze von durchschnittlich 5.000 neuen Fällen pro Tag zu begrenzen. “5.000 Ansteckungen im Durchschnitt pro Tag ist das Niveau, ab dem wir den Druck auf unsere Krankenhausdienste nachhaltig reduzieren, aber auch die Kontrolle über die Epidemie zurückgewinnen können, indem wir alle Kontaminationsketten aufspüren und unterbrechen, ohne auf weitere Eindämmungs- oder Bremsmaßnahmen zurückzugreifen”, hatte Premierminister Jean Castex bei seiner Pressekonferenz am 10. Dezember erklärt.

Es bleibt die Tatsache, dass es Frankreich im letzten Herbst nicht gelungen ist, die Grenze von 10 000 täglichen neuen Fällen zu unterschreiten. Das Land blieb auf seinem berühmten “Hochplateau” der Ansteckungen hängen und verzeichnete im vergangenen März fast 20.000 neue Fälle pro Tag, bevor es die dritte Ansteckungswelle erlebte. Könnte Frankreich in den kommenden Wochen das gleiche Schicksal ereilen?

Zurzeit befindet sich das Land in einer epidemiologischen Rückbildungsphase und verzeichnet im Durchschnitt täglich 10.709 neue Fälle. Gemessen an diesem Indikator bleibt die Gesundheitssituation des Landes relativ ähnlich wie im Dezember 2020: Nach einem starken Rückgang verzeichnete man damals täglich etwa 10.300 neue Fälle.

Um den Rückgang der Infektionen zu verstehen, muss man seinem Rhythmus folgen. Der Höhepunkt des Rückgangs wurde Anfang Mai erreicht, mit einer durchschnittlichen Abnahme von fast 22% bei der Anzahl neuer Fälle in einer Woche. Seitdem gab es in Frankreich weitere Lockerungen der Maßnahmen und Beschränkungen: Anfang Mai beendeten die Gesundheitsbehörden des Landes die Reiseeinschränkungen. Diese erste Phase der Lockerungen spiegelt sich bereits in den Zahlen wider: Die Zahl der Fälle nimmt nun nur noch um etwa 10% pro Woche ab.

Die Auswirkungen der zweiten Phase der Lockerungen – Ausgangssperre ab 21.00 Uhr, Öffnung von Gastro-Terrassen, Geschäften und vielen anderen öffentlichen Plätzen Orten sind vorerst noch nicht an den Zahlen der Ansteckungen zu beobachten: Das wird erst in etwa zwei Wochen der Fall sein.

Anders als im letzten Herbst aber haben die Gesundheitsbehörden eine neue Waffe, um der Gesundheitskrise zu begegnen: die Impfung. Auch wenn bisher mindestens 23 352 873 Menschen in Frankreich mindestens eine Dosis eines Impfstoffs gegen Covid-19 erhalten haben, werden wir erst in den kommenden Wochen sehen, ob das Land damit das Szenario von Anfang 2021 vermeiden kann. Oder sogar eine vierte Welle…


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