Moderna, AstraZeneca, Sanofi… wie ist der Status anderer Impfstoffe in Frankreich?

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Nur der von Pfizer/BioNTech entwickelte Impfstoff ist derzeit in Frankreich und der Europäischen Union zugelassen. Es wird jedoch erwartet, dass bald weitere Konkurrenten eintreffen werden. 

Am Sonntag, dem 27. Dezember, wurde die Impfkampagne in Frankreich und in allen Ländern der Europäischen Union mit einem Impfstoff aus den Labors von Pfizer/BioNTech gestartet. Aber der langsame Start der französischen Kampagne sorgt für Kontroversen. Tatsächlich wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in der vergangenen Woche nur 516 Menschen in Frankreich geimpft.

Mit Kritik konfrontiert, sagte Gabriel Attal, der Sprecher der Regierung, in einem Interview mit Le Parisien am Sonntag, dass die Beschleunigung “bereits im Gange” sei und gab an, dass 500.000 Dosen eingegangen seien und dass “500.000 weitere Dosen zu Beginn jeder Woche eintreffen werden”. Das Ziel der Regierung ist es, bis Ende Februar mehr als eine Million Menschen zu impfen.

Aber auch andere Impfstoffe könnten die französische Kampagne verstärken. In der Tat hat die Europäische Union Vorbestellungen bei anderen Laboren aufgegeben: Moderna, AstraZeneca, Janssen, CureVac und Sanofi.

Moderna: Entscheidung noch diese Woche erwartet
Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA), die neue Behandlungen in der Europäischen Union koordiniert und überwacht, hatte angekündigt, am Montag, dem 4. Januar, über den Moderna-Impfstoff zu entscheiden. Die Gespräche verliefen jedoch erfolglos und werden am Mittwoch fortgesetzt. Die Entscheidung der europäischen Aufsichtsbehörde mit Sitz in Amsterdam wird noch in dieser Woche erwartet.

Frankreich hat 6,9 Millionen Dosen dieses Boten-RNA-Impfstoffs vorbestellt, der bereits in den USA und Kanada zugelassen ist, berichtet LCI. Er wird in zwei Dosen im Abstand von einigen Wochen verabreicht, wie der Impfstoff von Pfizer/BioNTech. Der Vorteil ist jedoch, dass derImpfstoff von Moderna bei -20°C gelagert werden kann, und nicht bei -70°C wie bei dem Mittel von Pfizer, was den Konzern dazu zwang, spezielle Behälter für den Transport zu entwickeln.

AstraZeneca: nicht vor Februar
Auch dieser Impfstoff, den der britische Konzern AstraZeneca mit der Universität Oxford entwickelt, wird mit Spannung erwartet. Aufgrund seines niedrigen Preises (2,70 €) und der einfachen Lagerung (er kann bei normaler Kühlschranktemperatur aufbewahrt werden) ist er für eine groß angelegte Impfkampagne besser geeignet als seine Konkurrenten. Der Impfstoff von AstraZeneca wurde am Sonntag, 3. Januar, in Indien zugelassen, nachdem er am Mittwoch, 30. Dezember, in Großbritannien und Argentinien eine Zulassung erhielt.

Laut der Europäischen Arzneimittelbehörde wird AstraZeneca voraussichtlich nicht mehr im Januar in der Europäischen Union zugelassen werden. Die Agentur erwartet die Ergebnisse der Phase 3, die aufgrund eines Dosierungsfehlers neu gestartet wurde, erst Ende dieses Monats.

Janssen und CureVac: noch in Phase 3
Der Impfstoff von Janssen Pharmaceutica, der belgischen Tochtergesellschaft des amerikanischen Pharmakonzerns Johnson & Johnson, verwendet einen adenoviralen Vektor, wie der von AstraZeneca. Es befindet sich noch in Phase 3 und soll in den kommenden Monaten zugelassen werden. Frankreich hat bereits 8,4 Millionen Dosen vorbestellt, berichtet LCI.

Das deutsche Biotech-Unternehmen CureVac entwickelt einen Messenger-RNA-Impfstoff, ähnlich den Impfstoffen von Pfizer/BioNTech und Moderna. Das Startup gab am 14. Dezember den Start der letzten Phase der Studien für seinen Impfstoff bekannt. Frankreich hat 8,3 Millionen Dosen vorbestellt.

Sanofi: nicht vor Ende 2021 bereit
Der von der französischen Firma Sanofi und der britischen Firma GSK entwickelte Impfstoff wird nicht vor Ende 2021 fertig sein, nachdem die Ergebnisse der ersten klinischen Studien schlechter als erwartet ausgefallen sind. “Das Programm verzögert sich, um die Immunantwort bei älteren Menschen zu verbessern”, so Sanofi/GSK, die nun erwarten, dass der Impfstoff im vierten Quartal des nächsten Jahres verfügbar sein wird, während sie ursprünglich geplant hatten, den Antrag auf Zulassung in der ersten Hälfte des Jahres 2021 einzureichen.

Die Europäische Union hat bei Sanofi und GSK 300 Millionen Dosen für das Jahr 2021 reserviert.


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