Tag & Nacht

Ein Anwalt aus Toulouse, Christophe Léguevaques, führt einen regelrechten Kreuzzug gegen Stellantis (ehemals Peugeot PSA). Hunderte von Besitzern von Peugeot-, Citroën- oder Opel-Fahrzeugen klagen wegen überhöhten Ölverbrauchs und defekte Keilriemen.

Alle 150 km muss Isabelle Öl in den Motor ihres Citroën C3 Picasso nachfüllen. „Der übermäßige Verbrauch dauert schon mindestens zwei Jahre“, stellt die Frau aus Toulouse entnervt fest. „Ich bin gezwungen, unterwegs anzuhalten, um den Motor abkühlen zu lassen und neues Öl nachzufüllen, was mein Budget belastet!“ Ein Problem, das laut der Autofahrerin im Jahr 2021 begann, als ihr C3 noch keine 100.000 km gelaufen war. „Die Motorkontrollleuchte leuchtete auf und ich musste anhalten“.



Isabelle wendet sich mehrmals an die Autowerkstatt, die ihr das neue Fahrzeug 2017 für 18.000 Euro verkauft hat. Das Urteil: „Der Motor muss ausgetauscht werden“, wird ihr gesagt. „Aber es ist unmöglich, einen Termin zu vereinbaren, einmal hat die Werkstatt Personalmangel, ein anderes Mal ist es der Covid …“. Nichts geht voran und jede ihrer Fahrten ist eine neue Tortur. Ein Fall, der bei weitem kein Einzelfall ist. Besitzer von Fahrzeugen der Marken Peugeot, Citroën und Opel, die mit dem Benzinmotor 1.2 Puretech ausgestattet sind, stellen die gleichen Anomalien fest: übermäßiger Ölverbrauch, der auch zu schweren Komplikationen beim Bremsen führen kann.

Die Stellantis-Gruppe, ehemals Peugeot PSA, sieht jedoch kein Konstruktionsproblem bei ihren Motoren, hat aber bereits zwei Rückrufaktionen für diese Fahrzeuge durchgeführt, die 2020 und 2022 stattfanden. Die aufgetretenen Probleme betreffen Autos, die ab 2012 in Verkehr gebracht wurden. Die Kostenübernahmen und Entschädigungen gemäß den Garantien werden von dem Hersteller schleppend und von Fall zu Fall entschieden. Angesichts der für einige Autofahrer unerträglichen Situation wurde von dem Anwalt Christophe Léguevaques aus Toulouse ein Sammelverfahren eingeleitet. Auf einer Facebook-Seite haben sich bereits 8.000 Autofahrer zusammengeschlossen, die sich geschädigt fühlen und die gleichen Anomalien beschreiben. Viele wissen nicht mehr, an wen sie sich wenden sollen, um aus dieser Misere herauszukommen.

„Das Verfahren soll zeigen, dass Stellantis von Anfang an über die Situation informiert war. Wir verlangen von Stellantis, auf die Anfragen der Kunden zu antworten, die Fälle korrekt zu bearbeiten und Entschädigungen anzubieten, die den Erwartungen und dem erlittenen Schaden entsprechen“, erklärt Anwalt Christophe Léguevaques, der bereits im vergangenen Jahr eine Massenklage gegen Renault wegen Motorschäden initiiert hatte.

Der Motor Puretech 1.2 verfügt über einen Gummiriemen, der in ein Ölbad eingetaucht ist. Diese Besonderheit ermöglicht es, bestimmte Leistungen zu optimieren, könnte aber eben auch der Grund für die von vielen Beobachtern und Mechanikern festgestellte Unzuverlässigkeit sein. „Bei diesen Fahrzeugen führt die vorzeitige Abnutzung des Zahnriemens dazu, dass das Ölbad mit Mikrospänen gesättigt wird, die aus dem Zahnriemen herausgerissen wurden“, erklärt der Anwalt aus Toulouse.


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