Wann wird das Ziel von täglich maximal 5.000 Covid-19-Kontaminationen erreicht sein?

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In seiner Rede vom 24. November hatte Emmanuel Macron Ziele festgelegt, um bis zum 15. Dezember den neuen Lockdown aufheben zu können. Allerdings ist Frankreich immer noch täglich mit mehr als 10.000 neuen Kontaminationen konfrontiert, weit entfernt von den angestrebten 5.000.

Es beginnt eine kritische Woche für Frankreich. Emmanuel Macron hatte sich zum Ziel gesetzt, die tägliche Kontamination auf 5.000 neue Fälle und zwischen 2.500 und 3.000 Patienten auf der Intensivstation zu reduzieren. Diese Zahlen wurden zum Synonym für die Rückkehr ins Kino, ins Museum und in die Weihnachtsferien. Wenn sich das Land auch dem Ziel für Patienten auf der Intensivstation nähert, man ist bei 3.200 Personen, hat es allerdings in den letzten 24 Stunden etwa 11.000 neue Ansteckungsfälle gegeben.

An den Wochenenden gibt es weniger Daten aus den Labors. Am Freitag lagen die Zahlen eher bei etwa 13.000 Ansteckungen. Man ist also noch nicht bei den vom Präsidenten der Republik gesetzten Zielen angelangt. Auch wenn die Positivitätsrate (die Anzahl der Fälle von Covid, abhängig von der Anzahl der durchgeführten Tests) innerhalb einer Woche gesunken ist: von 13 auf 10%.

Eine durch Zahlen bedingte politische Entscheidung?
Das ist die Millionen-Euro-Frage. Zunächst einmal gibt es immer noch Ungewissheit über die Möglichkeit eines Erfolgs. Der Wissenschaftler Simon Cauchemez vom Institut Pasteur hat mehrere Szenarien entworfen. Eines von ihnen sieht vor, dass das Ziel erreicht werden wird. Cauchemez räumt aber auch ein, dass die Zahl der neuen Fälle in den letzten Tagen weniger zurückgegangen ist als zuvor. Die Läden haben wieder geöffnet, es ist kälter, so dass es schwieriger ist, sich draußen zu treffen. Es ist möglich, dass Frankreich die durchschnittlich 5.000 täglichen Fälle um ein paar Tage verpassen wird. Alle müssen daher sehr wachsam bleiben.

Unsicherheiten bleiben bestehen, auch wenn mehr Menschen immun sind. Laut Statistik hat jeder zehnte Franzose Covid gehabt, was die Zirkulation des Virus verlangsamen kann. Es gibt jedoch starke regionale Unterschiede, so dass nicht klar ist, inwieweit das Virus im Vergleich zu seiner Verbreitung im Frühjahr reduziert wird.

Zweitens ist es laut der Modelle von Simon Cauchemez, schwieriger, das Festhalten der Franzosen an der Eindämmung, an Barrieregesten vorherzusagen. Eine generelle Entspannung ist schwer vorherzusagen. Die gute Nachricht ist, dass sich auch die pessimistischsten Szenarien als falsch erwiesen haben. Ende Oktober zum Beispiel sagten Modelle voraus, dass Frankreich bis zum 16. November 9.000 Patienten in den Intensivstationen erreichen würde, doch der Höhepunkt lag bei 4.900.


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