Coronavirus: Eine neue Studie bestätigt, dass das Virus vor allem in geschlossenen Räumen zirkuliert

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Ungelüftete Büros und gemeinsame Mahlzeiten: Hier steckt man sich am häufigsten an.

Eine am 9. März veröffentlichte Studie des Pasteur-Instituts zeigt, wie und wo sich Covid-19-Patienten in Frankreich anstecken: Meist in unbelüfteten geschlossenen Räumen, aber auch in Gemeinschaftsbüros oder Fahrgemeinschaften.

Nach einer viermonatigen Untersuchung von Oktober 2020 bis Januar 2021 an einer Gruppe von 77.208 Personen hat das Pasteur-Institut soeben die Ergebnisse seiner neuesten Studie zu den Ansteckungsarten mit Covid-19 veröffentlicht. Ohne große Überraschung erfahren wir, dass die Mehrzahl der Ansteckungen in geschlossenen und schlecht belüfteten Räumen stattfindet und dass gemeinsame Mahlzeiten Risikomomente sind.

8 von 10 Ansteckungen finden in einem schlecht belüfteten Raum statt
“Die Analyse von mehr als 10.000 eindeutigen Kontakten (…) zum Ursprung der Covid-19-Infektion zeigt, dass der Kontakt in Innenräumen stattfand, wobei in 80% der Fälle das Fenster geschlossen war”, heißt es in der Studie. In 15% der Fälle war das Fenster geöffnet und in nur 5% fand der infektiöse Kontakt im Freien statt. Sport im Freien kann daher erlaubt werden, solange ein entsprechender Abstand eingehalten wird. In der Hälfte der Fälle wissen die Patienten nicht, durch wen sie sich mit dem Coronavirus angesteckt haben. Laut den Ergebnissen identifizieren 45% der Untersuchten ihren infektiösen Kontaktfall, 18% vermuten ein bestimmtes Ereignis, ohne die “Quellperson” zu kennen und 37% wissen nicht, wie sie sich infiziert haben.

Mahlzeiten und Arbeit, gefährdete Momente
Mahlzeiten sind immer Risikomomente, ob in der Familie, mit Freunden oder in beruflicher Umgebung: Ein gemeinsam genutztes Büro ist in 35% der Fälle der Ort der Kontamination. Wenn Telearbeit nicht möglich ist, ist es besser, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, als eine Fahrgemeinschaft zu bilden, die das Risiko, krank zu werden, um 58% erhöht. Am meisten gefährdet sind Arbeitsplätze in geschlossenen Umgebungen mit häufigen sozialen Kontakten.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Studie ist, dass sich die Franzosen mit der Zeit weniger schnell und weniger effektiv isolieren. Waren es bei den ersten Symptomen im Oktober noch 63%, die zu Hause blieben, waren es im Januar dagegen nur noch 42%. Das Tragen der Maske wird beibehalten, aber die anderen Barrieregesten und Isolation nach gefährdeten Kontakten, das Händewaschen, werden inzwischen etwas weniger beachtet.

Schulkinder werden ansteckender
“Ein Kind in der Schule zu haben, wurde früher nicht mit einem erhöhten Infektionsrisiko für Erwachsene im gleichen Haushalt in Verbindung gebracht”, erklären die Wissenschaftler. Aber nun beobachteten sie seit Januar eine Zunahme der Infektionen in den Haushalten der Familien durch Kinder unter 11 Jahren. “Der Anteil der Kontaminationen im Zusammenhang mit Kindern unter 6 Jahren stieg im Untersuchungszeitraum von 2% auf 5% und der von Kindern im Alter von 6 bis 11 Jahren von 3% auf 8%”. Ein Anstieg, der ihrer Meinung nach mit der Ankunft von Covid-19-Varianten zusammenhängen könnte.

Ein Teenager in einer weiterführenden Schule oder ein Kleinkind bei einem Kindermädchen zu haben, würde das Risiko einer Ansteckung der Eltern noch mehr erhöhen. “Innerhalb des Haushalts einen Jugendlichen in einer weiterführenden Schule zu haben, stellt ein erhöhtes Infektionsrisiko für die Erwachsenen der Familie dar, wenn die Teenager der Familie eine Sekundarschule (+27%) und ein Gymnasium (+29%) besuchen. Insbesondere ist dies auch der Fall, wenn ein Kleinkind von einer Tagesmutter betreut wird (+39%)”, so die Autoren der Studie.

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