Was ist das “digitale Gästebuch”, das ab 9. Juni in Restaurants Pflicht wird?

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TousAntiCovid-Signal, ein neues Tool der TousAntiCovid-App soll helfen, das analoge Gästebuch zu ersetzen.

Dies ist die neue Waffe in der Rückverfolgungsstrategie, die von den französischen Gesundheitsbehörden im Umgang mit Covid-19 eingesetzt wird: Restaurants, Bars und Fitnessstudios können mit Hilfe von digitalen Gästebüchern nach einer festgestellten Covid-19-Ansteckung in ihrer Einrichtung warnen.

Sie erinnern sich sicher noch an dieses Notizbuch, das im letzten Herbst in französischen Restaurants auf einem Tischchen am Eingang lag: Das “Rückruf-Buch” ermöglichte es den Restaurantbetreibern, bestimmte Informationen über ihre Kunden zu sammeln (Name, Vorname, Telefonnummer und Datum des Besuchs im Lokal). So konnten Kunden kontaktiert werden, wenn eine mit Covid-19 kontaminierte Person zur gleichen Zeit wie sie das Lokal besucht hatte.

Ab dem 9. Juni wird dieses Heft modernisiert und digitalisiert. In der Praxis wird die klassische Papierversion weiterhin möglich sein, aber jeder Kunde von Bars, Kantinen, Cafés, Restaurants oder auch Fitnessstudios wird auch in der Lage sein, mit seinem Smartphone über die TousAntiCovid-Anwendung einen QR-Code zu scannen, der vor den Einrichtungen, die sich für den papierlosen Betrieb entschieden haben, angezeigt wird. In der Anwendung des Kunden wird dann das Datum und die Uhrzeit des Besuchs festgehalten. Wenn also ein Benutzer der App angibt, dass er positiv auf Covid-19 getestet wurde, wird eine Warnung an die Telefone aller Personen gesendet, die sich zur gleichen Zeit in diesem Restaurant, Bar, Museum etc. befanden.

“Es wird allerdings nicht notwendig sein, ein digitales Gästebuch im Gastro-Aussenbereich oder im Kino zu verwenden”, informiert jedoch das Büro des Staatssekretärs für den digitalen Wandel, Cedric O. “Wir haben schlecht belüftete geschlossene Räume ins Visier genommen, in denen das Tragen der Maske nicht kontinuierlich erfolgt und in denen das Virus mehr als fünf Meter entfernt übertragen werden kann, sowie mehrere Stunden nach dem Verlassen einer infizierten Person noch vorhanden sein kann.” Restaurant- und Fitnessstudio-Profis können sich entweder für das digitale Notizbuch oder das Papierdokument entscheiden.

Für Turnhallen und Sportstätten ist ein Gästebuch nicht notwendig. Hier verlässt man sich darauf, dass die Sportvereine eine genaue Liste ihrer Mitglieder haben, die zur gleichen Zeit eine Sportstätte besucht haben.

Ein Wermutstropfen bleibt: Die Gastrobranche befürchtet, dass sie erzieherische Methoden anwenden muss, um die Kunden zur Nutzung der Anwendung zu bewegen. Dafür sind sie allerdings weder ausgebildet, noch bereit. Eine weitere Befürchtung ist, dass Kunden Lokale meiden, in denen kontaminierte Personen gegessen haben. Gastronomen befürchten, dass das für Restaurants sehr geschäftsschädigend sein, genau wie negative Kommentare im Internet.


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